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17.07.2014 > Pressemitteilung

„Es soll drin sein, was abgebildet ist“

Zum dritten Geburtstag legt lebensmittelklarheit.de neue Forschungsergebnisse vor
Quelle: 
pure-life-pictures - fotolia.com

Das Onlineportal „Lebensmittelklarheit“ feiert am 20. Juli seinen dritten Geburtstag. Das 2011 gegründete Verbraucherportal hat in den vergangenen Jahren die Kluft zwischen Produktaufmachung und Produktkennzeichnung von Lebensmitteln sowie dem Verbraucherverständnis dokumentiert. Ziele sind darüber hinaus mehr Transparenz und Information bei der Produktkennzeichnung durch Hersteller und Händler von Lebensmitteln. Vorab veröffentlichte Ergebnisse aus der projektbegleitenden Verbraucherforschung 2014 zeigen, wie stark sich Verbraucher an einem aussagekräftigen Bild auf der Verpackung orientieren. 

Lebensmittelklarheit hat Verbraucherinnen und Verbrauchern eine Stimme in Sachen Lebensmittelkennzeichnung und -aufmachung verliehen“, so Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) zum Geburtstag von lebensmittelklarheit.de. Das Portal wird von Verbrauchern intensiv genutzt: Rund 200.000 Besuche verzeichnet das Portal im zweiten Quartal 2014. Etwa hundert Meldungen zu Produkten mit unklaren oder vom Verbraucher als irreführend wahrgenommenen Kennzeichnungen erreichen die Redaktion pro Monat.  

Bild ist wesentliche Orientierungshilfe

Darüber hinaus befriedigt Lebensmittelklarheit das weiterhin starke Informationsbedürfnis rund um die Kennzeichnung. Rund 400 Kurzmeldungen und Fachbeiträge zu Lebensmittelkennzeichnung und -aufmachung sowie zu Trends und aktuellen Entwicklungen befinden sich aktuell im Portal. Mehr als 4.200 Forenanfragen von Verbraucherinnen und Verbrauchern wurden seit Portalstart beantwortet.

„Viele Probleme mit der Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln bestehen weiterhin“, ergänzt Müller. Vorab veröffentlichte Ergebnisse einer Verbraucherforschungsstudie zeigen: 87 Prozent der Verbraucher entscheiden sich für ein aussagekräftiges Bild als wesentliche Orientierungshilfe beim Kauf von Lebensmitteln. 

Erwartungen an Zutaten 

Mit Bildern auf Verpackungen und Etiketten wird jedoch auch Schindluder getrieben. Viele Verbraucher erwarten durch entsprechende Fotos mehr Zutaten in einem Produkt, als tatsächlich enthalten sind. „Mehr Zutat erwartet“ – diese Einschätzung gehört zu den häufigsten Beschwerden auf dem Portal. Ein Beispiel: Ein Saftetikett bildet ausschließlich hochwertige Mango auf dem Etikett ab, enthalten sind aber 85 Prozent Birnensaft.  

Darstellung von Zutaten müssen realistisch sein 

Im Rahmen der aktuellen Befragung wurde Verbrauchern die Vorderseite des Etiketts für ein Tofu-Frikassee gezeigt, dass neben Tofu Erbsen und Reis in ungefähr gleicher Menge abbildet. Wie so oft in der Realität soll der Hinweis „Serviervorschlag“ auf dem Etikett richten, was vom Verbraucher missverstanden werden könnte. Die repräsentative Befragung im Auftrag des vzbv mit 750 Verbrauchern zeigt, dass das nicht funktioniert. Über 50 Prozent der Verbraucher erwarten bei diesem Beispiel, dass Erbsen enthalten sind. Über 40 Prozent der Befragten erwarten ebenso den Reis in der Verpackung.

Der Hinweis „Serviervorschlag“ ändert an der Zutatenerwartung nichts, er ist also faktisch überflüssig. Die vom vzbv und den Verbraucherzentralen aufgestellte Forderung, dass Zutatendarstellungen auf Verpackungen und in der Werbung der Wirklichkeit entsprechen müssen, wird damit erneut belegt. Weitere Ergebnisse der Begleitforschung wird der vzbv auf seiner Tagung am 22. September 2014 in Berlin vorstellen. 

Über Lebensmittelklarheit  

Das Internetportal www.lebensmittelklarheit.de bietet Verbraucherinnen und Verbrauchern seit Juli 2011 die Möglichkeit, sich über die Lebensmittelkennzeichnung zu informieren und unklare Kennzeichnungen zur Veröffentlichung im Portal zu melden. Eine Fachredaktion prüft die eingegangenen Meldungen und kommentiert sie.
Die Sensorfunktion des Portals wird um regelmäßige Verbraucherforschung ergänzt, die Erwartungen von Verbraucherinnen und Verbrauchern an eine klare und wahre Lebensmittelkennzeichnung und -aufmachung repräsentativ erheben lässt. Das Projekt Lebensmittelklarheit wird durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert.

Downloads

Verbraucherberfragung zur Bedeutung der Kennzeichnung "Serviervorschlag" auf Lebensmittelverpackungen | Juli 2014

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