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22.12.2008 > Pressemitteilung

Bundesverbraucherschutzministerium forciert Anlegerschutz

Studie belegt dringenden Handlungsbedarf noch in dieser Legislaturperiode
Quelle: 
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Der Verbraucherzentrale Bundesverband sieht in der heute vom Bundesverbraucherschutzministerium veröffentlichten Studie zum Vertrieb von Finanzprodukten seine Forderung nach raschen Verbesserungen im Anlegerschutz bekräftigt. "Die Studie bestätigt: Ein Finanzberater ist zuvorderst ein Verkäufer in eigener Sache", sagt Lars Gatschke, Finanzexperte beim Bundesverband. Eindeutige und einheitliche Beratungs-, Informations- und Haftungsvorschriften müssten endlich dafür sorgen, die Qualität der Vermittlung zu erhöhen. Zudem müsse die produkt- und anbieterunabhängige Finanzberatung gestärkt werden.

Die heute vom Verbraucherministerium veröffentlichte Studie bestätigt die Erfahrungen der Verbraucherberatung, dass der Vertrieb von Finanzprodukten vor allem durch Provisionen, nicht aber durch die Bedürfnisse der Kunden gesteuert wird. Zum gleichen Ergebnis kam in der Vorwoche auch eine Analyse des Verbraucherzentrale Bundesverbandes. Während die Banken an Provisionen und Gebühren gut verdient haben, mussten die Anleger unterm Strich sogar Verluste hinnehmen. Demnach fiel im Zeitraum 1997 bis 2007 die durchschnittliche Rendite der Geldanlagen deutscher Verbraucher nach Abzug der Inflationsrate negativ aus. Alarmierend ist aus Sicht der Verbraucherschützer, dass die Anlageentscheidungen der Deutschen immer riskanter werden, obwohl die Anleger nach wie vor der Sicherheit einer Anlage die höchste Priorität einräumen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert Konsequenzen noch in dieser Legislaturperiode. "Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat mit der Studie und den Forderungen die richtigen Akzente gesetzt und unseren Forderungen Nachdruck verliehen", sagt Gatschke. Die Lehren aus der Finanzkrise und einer verfehlten Beratungspraxis müssten rasch gezogen werden. Hier sei die Bundesregierung jetzt gefordert. Ein "Augen zu und weiter so" dürfe es nicht geben. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert die Ausweitung von Verjährungsfristen, Beweiserleichterungen für betroffene Kunden und die Einführung einer verpflichtenden und dem Kunden auszuhändigenden Dokumentation des Verkaufsgespräches. Neben klaren rechtlichen Rahmenbedingungen für eine bessere Beratungsleistung sieht der Verbraucherzentrale Bundesverband die Notwendigkeit zur Stärkung der produkt- und anbieterunabhängigen Anlageberatung. Nach einer aktuellen Meinungsumfrage wünschen sich mehr als 50 Prozent der Verbraucher eine unabhängige Beratung.

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