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07.07.2011 > Pressemitteilung

Bestnoten für Spritschlucker?

vzbv: Bundesrat muss den Regierungsvorschlag zur CO2-Kennzeichnung ablehnen
Quelle: 
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Eine Irreführung der Verbraucher droht durch den Vorschlag der Bundesregierung für die CO2-Kennzeichnung von Autos. Das kritisiert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und fordert den Bundesrat auf, in seiner morgigen Sitzung den Verordnungsentwurf abzulehnen. Geplant ist, die Effizienzklasse von Autos anhand des Gewichts und des Verbrauchs zu bestimmen. Die Folge: Spritschlucker bekommen eine günstige Bewertung, wenn sie nur schwer genug sind. "Die Verordnung ist ein Werbeinstrument für Premiumautos, aber kein Instrument der Verbraucherinformation", so vzbv-Fachbereichsleiter Holger Krawinkel.

Maßstab für die Effizienzkennzeichnung sollte nach Auffassung des vzbv alleine der CO2-Ausstoß sein, unabhängig von Größe oder Gewicht des Autos. In Großbritannien, Dänemark und Belgien gibt es heute schon solche Bewertungssysteme. Sie sollten Vorbild für eine europaweit einheitliche Regelung sein, zumal die EU ohnehin eine einheitliche Kennzeichnung des CO2-Ausstoßes plant.

Nationaler Alleingang mit falschen Akzenten

"Den Verbrauchern wäre mit einer solchen europäischen Lösung besser gedient als mit einem nationalen Alleingang, der noch dazu die falschen Akzente setzt", so Holger Krawinkel. Nach Auffassung des vzbv verschlechtert der Verordnungsentwurf die Informationslage der Verbraucher, statt sie zu verbessern. "Verbraucher gehen zu Recht davon aus, dass ein Auto mit der Effizienzklasse A äußerst sparsam ist, etwa in der Kategorie eines 3-Liter-Autos", so Krawinkel.

Kleinwagen mit schlechter Effizienzklasse

Tatsächlich sollen aber auch Autos mit mehr als 6 Litern pro hundert Kilometer mit A bewertet werden, vorausgesetzt sie sind schwer genug. Effizienzklasse B soll es auch für Autos geben, die mehr als 8 Liter auf hundert Kilometer brauchen. Ein Kleinwagen, der 4,5 Liter auf hundert Kilometer braucht, würde dagegen Effizienzklasse D bekommen.

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