Skip to content Skip to navigation Logo Verbraucherzentrale Bundesverband

01.06.2016 > Pressemitteilung

Aufsicht über Finanzvermittler muss konsequenter werden

Aufsicht über Finanzvermittler muss konsequenter werden
Verbraucherzentrale Hessen weist auf falsche Zulassungen nach Gewerbeordnung hin
Quelle: 
Saklakova/Fotolia

Vermittler von Finanzanlagen benötigen je nach Art ihrer Betätigung unterschiedliche Zulassungen, etwa als Makler oder Finanzvermittler. Eine Stichprobe der Verbraucherzentrale Hessen im Rahmen des Projekts Marktwächter Finanzen zeigt, dass von 25 Vermittlern, die Produkte des Grauen Kapitalmarktes verkauften, acht nicht über die erforderliche Zulassung verfügten. Die zuständigen Behörden sollten Zulassungen konsequenter überprüfen und Versäumnisse ahnden. Es ist alarmierend, wenn erkennbar ist, dass schon bei der Zulassung die Kontrolle nicht einwandfrei funktioniert.

Zusätzliche Produktarten fallen unter die Erlaubnispflicht

Für die Vermittlung von Produkten, die unter das Vermögensanlagengesetz fallen, ist eine gewerbliche Zulassung als Finanzanlagenvermittler nötig. Seit Inkrafttreten des Kleinanlegerschutzgesetzes wurde der Kreis der gesetzlich erfassten Produktarten nochmals erweitert. So reicht für partiarische Darlehen, Nachrangdarlehen und bestimmte Direktinvestments die Zulassung als Makler nun nicht mehr aus. Wer diese verkauft, braucht eine Zulassung als Finanzanlagenvermittler. Die Zulassung erteilen je nach Bundesland die Industrie- und Handelskammern oder Gewerbebehörden. „Wir begrüßen die zusätzliche Regulierung. Aber es muss auch konsequent kontrolliert werden, ob den Vermittlern die nötige Erlaubnis erteilt wurde“, sagt Wolf Brandes, Teamleiter Grauer Kapitalmarkt im Marktwächter Finanzen der Verbraucherzentrale Hessen.

„Sollte die gewerbliche Zulassung und die Kontrolle durch regionale Behörden oder Industrie- und Handelskammern nicht funktionieren, müssen Finanzanlagenvermittler auch unter die Aufsicht der BaFin gestellt werden“, fordert Dorothea Mohn, Teamleiterin Finanzmarkt beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). „Die zersplitterte Aufsicht ist uns schon lange ein Dorn im Auge.“

Stichprobe zeigt: Zulassungen häufig nicht korrekt

Aus einer Stichprobe von 25 Vermittlern verfügten sechs nicht über die erforderliche Zulassung als Finanzanlagenvermittler nach §34f Gewerbeordnung (GewO). In zwei weiteren Fällen fehlte eine notwendige Zulassung als Immobiliardarlehensvermittler (§34i GewO) beziehungsweise Makler (§34c GewO).

Die Überprüfung fand im Zuge der Untersuchung „Transparenz bei Werbung für Produkte des Grauen Kapitalmarktes“ statt, die die Verbraucherzentrale Hessen im Rahmen des Projekts Marktwächter Finanzen durchgeführt hat.

Für Verbraucher lässt die mangelnde Sorgfalt seitens der Vermittler nichts Gutes ahnen: Ohne die erforderliche Erlaubnis besteht beispielsweise die Gefahr, dass der Vermittler nicht einmal eine Vermögensschadenshaftpflichtversicherung abgeschlossen hat, die im Fall einer Falschberatung haftet. „In diesem Fall kann es für Verbraucher schwierig sein, Schadensersatzansprüche geltend zu machen“, sagt Wolf Brandes.