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13.09.2013 > Pressemitteilung

Auf der Suche nach dem glücklichen Schwein

Umfrage zeigt Informationsdefizit bei den Herstellungsbedingungen von Fleisch
Quelle: 
pure-life-pictures - fotolia.com

61 Prozent der Verbraucher fühlen sich beim Einkauf von Fleischprodukten nicht ausreichend darüber informiert, unter welchen Bedingungen die Tiere gehalten wurden. Das zeigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), die TNS Emnid im Rahmen des Wahlchecks www.verbraucher-entscheiden.de durchgeführt hat.

Die Informationen auf der Verpackung sind laut aktueller Umfrage für Verbraucherinnen und Verbraucher mangelhaft – obwohl die Art der Haltung für sie kaufentscheidend ist: Laut einer Untersuchung des BMELV von Januar 2013 ist es für 89 Prozent der Verbraucher in Deutschland wichtig, dass Lebensmittel aus besonders tiergerechter Haltung stammen.

 

„Die Zahlen zeigen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher für ihren Wunsch, Produkte mit mehr Tierwohl zu kaufen, im Alltag keine ausreichende Orientierungshilfe haben. Statt klare und verlässliche Informationen zu finden, werden Verbraucher verwirrt“, sagt Gerd Billen, Vorstand des vzbv.

Wenig Klarheit am Markt

Das Problem: Bezeichnungen wie „artgerecht“ oder „tiergerecht“ können auch bei Produkten genutzt werden, die lediglich die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllen, also kein Mehr an Tierwohl im Vergleich zu anderer konventioneller Ware bieten. Zwar gibt es Ansätze von herstellerunabhängigen Prüfsiegeln, die wesentlich strengere Kriterien anlegen, wie etwa das Label „Für mehr Tierschutz“ vom Deutschen Tierschutzbund. Doch reichen die freiwilligen Initiativen nicht aus, um verbindlich für Klarheit am Markt zu sorgen. Zudem sind Produkte mit diesen Siegeln im Handel selten erhältlich, wie ein aktueller Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg zeigt.

 

„Die Haltungsbedingungen der Tiere in der Fleischproduktion müssen für Verbraucher klar erkennbar sein. Das heißt: Der Handel muss verstärkt Produkte mit entsprechenden Siegeln listen. Und die zukünftige Regierung muss Begriffe wie ‚Tierwohl‘ durch eine verbindliche Definition besser schützen “, fordert Billen. Nur so könnten Verbraucher ihre Präferenzen am Markt zeigen. Und nur so entstünde auch ein Anreiz für Erzeuger, auf mehr Tierwohl in der Produktion umzusatteln.

Der Wahlcheck

Was Verbrauchern bei Lebensmitteln wichtig ist, ist auch ein Thema im Online-Wahlcheck des vzbv. Die interaktive Informationsplattform www.verbraucher-entscheiden.de bietet Nutzern die Möglichkeit, sich vor der Bundestagswahl über die Positionen der fünf Bundestagspartien zu informieren und sie mit den eigenen Einstellungen abzugleichen. Neben Lebensmittelthemen geht es dabei in insgesamt 15 Fragen um Finanzen, Lebensmittel, Gesundheit, Energie und die digitale Welt.

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