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13.10.2007 > Pressemitteilung

Anuga: vzbv fordert grünes Licht für Nährstoff-Ampel

Freiwillige Kennzeichnung ist keine Alternative
Quelle: 
pure-life-pictures - fotolia.com

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat zum Auftakt der Anuga verbindliche Regeln zur Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln und die Einführung einer leicht verständlichen Ampelkennzeichnung gefordert. "Es wäre der falsche Weg, auf Freiwilligkeit zu setzen und den Konflikt mit der Lebensmittelindustrie zu scheuen", forderte vzbv-Vorstand Gerd Billen Bundesverbraucherminister Horst Seehofer auf, die Interessen der Verbraucher in den Vordergrund zu rücken. "Wir brauchen eine Kennzeichnung, die auf einen Blick sichtbar macht, was wirklich im Produkt steckt."

Bundesverbraucherminister Seehofer stellt am kommenden Dienstag auf der Anuga zusammen mit dem Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde und dem Hauptverband des Deutscher Einzelhandels seine Eckpunkte "für erweiterte Nährwertinformationen" zusammengesetzter und verarbeiteter Lebensmittel vor. Einzelheiten der Eckpunkte waren bereits gestern bekannt geworden. Derzeit arbeitet die EU an einer neuen Verordnung zur Lebensmittelkennzeichnung.

Nährstoffampel für schnelle und einfache Information
"Wir fordern die Bundesregierung auf, sich für eine nachvollziehbare verpflichtende Kennzeichnung einzusetzen", sagte Billen. "Eine Kalorienbombe muss als solche direkt erkennbar sein." Im Kampf gegen die Zunahme von Übergewicht und ernährungsbedingten Krankheiten sei eine einfache Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln unumgänglich. Der vzbv fordert eine grafische Darstellung in Form einer Ampel, wie sie in Großbritannien von der nationalen Lebensmittelbehörde (FSA) vorgeschlagen wurde und von etlichen Firmen bereits praktiziert wird.

Bei der Nährstoffampel wird der Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz in zusammengesetzten Lebensmitteln farbig auf der Vorderseite der Verpackung dargestellt: Rot steht für einen hohen Nährstoffgehalt, gelb für einen mittleren und grün für einen geringen Anteil. Damit können die relevanten Informationen auf einen Blick erfasst werden. Die Ampel kommt auch bei den Verbrauchern gut an. Das ergab eine Verbraucherbefragung der britischen Verbraucherorganisation ’Which?’ im Sommer 2006. Im Vergleich zu anderen Kennzeichnungsformen wurde die Ampel von über 90 Prozent der Befragten für leicht und schnell verständlich gehalten.

Vorschlag der Lebensmittelindustrie nicht tauglich
Der Vorwurf der Lebensmittelindustrie, die Ampelkennzeichnung würde Lebensmittel in gute oder schlechte einteilen, ist nach Meinung des vzbv unhaltbar. "Wenn ein Produkt viel Fett oder Zucker enthält, dann soll das der Verbraucher auch wissen, und zwar auf einen Blick", so Billen weiter. Dem Vorschlag, lediglich Prozentangaben pro Portion bezogen auf den Tagesbedarf aufzuführen, erteilte der vzbv eine Absage. "Durch diese Kennzeichnung wird der Fett- und Zuckergehalt eines Produktes relativiert. Die Folge: zucker- und fettreiche Produkte sehen weniger ungesund aus", sagt Billen. Zudem kritisiert der vzbv, dass die Berechnungsgrundlagen der Industrie für den Tagesbedarf an Zucker nicht den offiziellen Ernährungsempfehlungen entsprechen.

Hintergrundmaterialien finden Sie im Download:
  • FAQs und Hintergrundinformationen des vzbv
  • Studie der britischen Verbraucherschutzorganisation "Which?"
  • Grafik der multiplen Ampel aus Großbritannien

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