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02.10.2009 > Pressemitteilung

Allianz für Tiere vergibt Förderpreis

Bundespräsident Köhler würdigt den gesellschaftlichen Nutzen artgerechter Tierhaltung
Quelle: 
pure-life-pictures - fotolia.com

"Gute Beispiele, die zeigen, dass Nutztierhaltung auch artgemäß sein kann", sieht Bundespräsident Horst Köhler in den diesjährigen Preisträger des "Pro Tier-Förderpreises für artgerechte Nutztierhaltung". Der Schirmherr des Preises würdigt in seinem Grußwort zur Vergabe des Preises den "gesellschaftlichen Mehrwert" einer umwelt- und tiergerechten Landwirtschaft. Die vier diesjährigen Preisträger des Pro Tier-Förderpreises der "Allianz für Tiere in der Landwirtschaft" stammen überwiegend aus der ökologischen Landwirtschaft. Die erste Preisverleihung in diesem Jahr findet am 4. Oktober statt; weitere folgen im Laufe des Herbstes. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Allianz für Tiere ausgeschrieben, einem Zusammenschluss führender Organisationen aus den Bereichen Tier-, Umwelt- und Natur- sowie Verbraucherschutz. Mitglieder der Allianz für Tiere sind der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Deutsche Tierschutzbund, die Schweisfurth-Stiftung und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

"Die Wirklichkeit in der Tierhaltung verändert sich am besten durch gute Beispiele, die zeigen, dass Nutztierhaltung auch artgemäß sein kann", so Bundespräsident Köhler, Schirmherr des Pro Tier-Förderpreises, in seinem Grußwort zur diesjährigen Preisvergabe. Im Mittelpunkt der Ausschreibung standen die gesellschaftlichen Wohlfahrtseffekte artgerechter Tierhaltung. Während die Tierhaltung nach industriellen Maßstäben der Gesellschaft eine Last werden kann, etwa durch Gewässerbelastung, Ammoniakemissionen und Futterimporte aus Regenwaldgebieten, erbringt die artgerechte und ökologisch ausgerichtete Nutztierhaltung positive Leistungen für die Gesellschaft, die bislang allerdings von Politik und Öffentlichkeit noch zu wenig wertgeschätzt werden. Die vier von der Jury ausgewählten Preisträger spiegeln die Vielfalt möglicher gesellschaftlicher Leistungen der Landwirtschaft:

Durch geschicktes Weidemanagement und den Einsatz geeigneter, zum Teil vom Aussterben bedrohter Nutztierrassen trägt die baden-württembergische Stiftung Naturschutz, Trägerin des Naturschutzgroßprojektes Pfrunger-Burgweiler Ried, sowie die Vermarktungsinitiative "Genuss vom Pfrunger-Burgweiler Ried" durch die Vermarktung der Fleischprodukte aus dem Projekt zum Erhalt und zur Pflege des zweitgrößten Moorgebietes in Südwestdeutschland bei. Sie unterstützt auf diese Weise den Klima- und den Artenschutz. Der Tierschutz wird neben der extensiven, besonders tiergerechten Haltung zusätzlich dadurch gewürdigt, dass den "halbwild" gehaltenen Tieren, mit einer vorläufigen Ausnahmegenehmigung des Veterinäramtes, das Einfangen und der Transport zum Schlachthof erspart bleiben und sie auf der Weide geschossen werden. Darüber hinaus bildet die Initiative über die Vermarktung entsprechend hochwertiger Fleisch- und Wurstwaren den Kristallisationskern für weitere regionale Wertschöpfungen, sichert Arbeitsplätze und eröffnet neue ökonomische und soziale Perspektiven für den ländlichen Raum. Mit Führungen und Lehrpfaden durch die Moorweiden bietet das Naturschutzzentrum Pfrunger-Burgweiler Ried des Schwäbischen Heimatbundes e.V., das die Schutzgebiete im Projektgebiet betreut, zudem attraktive Formen des Naturerlebens und der Naturschutzbildung an.

Einen therapeutischen und integrativen Arbeitsschwerpunkt hat der in Nordrhein-Westfalen gelegene Gutshof Warstein der Integra gGmbH. Auf dem Naturland-Hof und anerkanntem "Demonstrationsbetrieb ökologischer Landbau" erhalten Behinderte und sozial Benachteiligte über die Arbeit mit Tieren und bei den vielfältigen landwirtschaftlichen wie handwerklichen Betriebsabläufen die Chance für eine sinnvolle Tätigkeit, die ihnen eine Teilnahme am Arbeitsleben ermöglicht. Der sorgsamen Arbeit der Mitarbeiter für die Tiere ist es auch zu verdanken, dass die Jury den Gutshof als vorbildlich in der Nutztierhaltung würdigt.
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Für ihre pädagogischen Leistungen bei der Vermittlung artgerechter Nutztierhaltung werden der Schulbauernhof Ummeln bei Bielefeld, Bioland-Betrieb und erste Einrichtung dieser Art in Deutschland, sowie der Hamburger Verein Ökomarkt - Schule & Landwirtschaft ausgezeichnet. Der Verein arbeitet mit verschiedenen Ökobetrieben in Hamburg und Umgebung zusammen und bietet jährlich rund 7.000 Schülern und Großstadtkindern anspruchsvolle Bildungsveranstaltungen direkt auf den Bauernhöfen an. In beiden Fällen spielen Tierhaltung und der Kontakt mit Tieren eine zentrale pädagogische Rolle. Die Kinder und Jugendliche lernen bei der eigenhändigen Versorgung und Pflege der Tiere Verantwortungsbewusstsein und erhalten Einblicke in elementare Natur- und Landwirtschaftszusammenhänge.

Die Träger des Pro Tier-Förderpreises 2009 zeigen das große Spektrum an ökologischen, ökonomischen, therapeutisch-integrativen sowie pädagogischen Leistungen, die mit einer umwelt- und artgerechten Nutztierhaltung verbunden sind. "Gute Beispiele", so Bundespräsident Köhler, die "noch mehr Betriebe zu einem umwelt- und tiergerechten Wirtschaften ermutigen könnten". Die Allianz für Tiere fordert, gesellschaftliche Leistungen in der Landwirtschaft für Klima-, Artenschutz, Arbeitsplätze in ländlichen Regionen und Transparenz für Verbraucher künftig als Maßstab für die Verteilung von staatlichen Agrarsubventionen zu setzen.

Die Termine für die Preisverleihungen sowie weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.allianz-fuer-tiere.de

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