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04.06.2013 > Podcast

Deutscher Verbrauchertag 2013: Rede von vzbv-Vorstand Gerd Billen

Sendefähige O-Töne
Quelle: 
Mviner – fotolia.com

Auf dem Deutschen Verbrauchertag 2013 appellierte Gerd Billen, Vorstand Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), an die Politik, Verbraucherpolitik mehr Gewicht zu verleihen und forderte ein stärkeres Verbraucherministerium.

Die O-Töne finden Sie einzeln zum Herunterladen im Download.

O-Ton Rede 1 Gerd Billen, (vzbv) - Für ein starkes Verbraucherministerium (0:38 Min)
Stärken Sie die Verbraucherpolitik durch ein starkes und stärkeres Verbraucherministerium, das mehr Federführung hat, das nicht nur sich sozusagen in der Öffentlichkeit positionieren kann. Packen Sie den Verbraucherdatenschutz vom Innenminister zur Verbraucherministerin, sorgen Sie dafür, dass die Energiekennzeichnung bei Autos nicht vom Wirtschaftsminister gemacht wird. Der sorgt dafür, dass ein Koeffizient gebildet wird, aus CO2-Ausstoß bezogen auf das Gewicht. Das energieeffizienteste Fahrzeug in diesem Land ist der Leopard-Panzer nach dieser Logik.

O-Ton Rede 2 Gerd Billen, (vzbv) - Wir brauchen Finanzmarktwächter (0:20 Min)
Wir müssen dafür sorgen, dass die Verbraucherzentralen und die Stiftung Warentest in die Lage versetzt werden, frühzeitiger vor schwarzen Schafen zu warnen. Beide Organisationen bilden ein gutes Frühwarnsystem für Politik und Finanzregulierer. Kurzum: Wir sind der Markt und deswegen brauchen wir einen Finanzmarktwächter.

O-Ton Rede 3 Gerd Billen, (vzbv) - Klarer europäischen Rechtsrahmen für den EU-Datenschutz (0:28 Min)
Es gibt in Europa nicht nur Steueroasen. Es gibt auch Datenschutzoasen, denn nicht umsonst sitzen viele dieser amerikanischen Firmen in Irland. Da spart man nicht nur Steuern, sondern spart auch Datenschutz. Das hat die unbequeme Folge, dass ein Verbraucher, der gegen einen solchen Vertrag vorgehen will, vor einem irischen Gericht klagen muss. Deshalb brauchen wir einen klaren europäischen Rechtsrahmen für den Datenschutz.

O-Ton 4 Gerd Billen, (vzbv) - Ergebnisse der Studie "Wie Verbraucher entscheiden" (0:42 Min)
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie sind: Ein sehr großer Teil der Verbraucherinnen und Verbraucher misstraut den Anbietern. Sie glauben, dass es schädliche Produkte auf den Märkten gibt, sie haben auch kein großes Zutrauen in den Staat, dass der dafür sorgt, dass zum Beispiel Produkte vom Markt verschwinden. Das Bild ist bei den einzelnen Märkten sehr verschieden. Es gibt eine relativ hohe Zufriedenheit beispielsweise bei Konsumgütern. Hier scheint es so zu sein, dass die Hersteller zu recht auch auf das Vertrauen der Verbraucher bauen können. Auf der anderen Seite, am Ende der Skala, der Finanzmarkt, wo über zwei Drittel sagen, da sind bestimmt gefährliche Produkte im Umlauf, die ich nicht möchte.

O-Ton 5 Gerd Billen, (vzbv) - Wonach entscheiden Verbraucher (0:26 Min)
Bei der Frage wonach Verbraucher ihre Kaufentscheidung richten, spielt der Preis natürlich eine Rolle, aber vor allem das, was die Unternehmen selbst über die Vorzüge ihrer Produkte auf die Etiketten und die Produktinformationsblätter schreiben. Das heißt, sie haben eine große Verantwortung, wahr, klar zu informieren, auch über die Risiken, und da liegt einiges im argen.

O-Ton 6 Gerd Billen, (vzbv) - Wirtschaft hat Verantwortung (0:10 Min)
Die Wirtschaft hat eine große Verantwortung, weil sie über ihre Produkte informiert, und diese Informationen müssen besser sein, klarer, wahrer, einfacher, verständlicher.

O-Ton 7 Gerd Billen, (vzbv) - Parteien in der Studie "Wie Verbraucher entscheiden" (0:29 Min)
Die Umfrage hat ergeben, dass über die Hälfte der Befragten, das Thema Verbraucherschutz überhaupt keiner politischen Partei zuordnen können. Das, finde ich, zeigt auch, dass die Parteien mehr Profil zeigen müssen, dass sie Gesicht zeigen müssen, dass sie sich intensiver mit dem Thema beschäftigen müssen, und von daher ist es für die Parteien die große Aufgabe, sich mehr um ihr Profil in der Verbraucherpolitik zu kümmern und das auch deutlich zu machen.

O-Ton 8 Gerd Billen, (vzbv) - Verbraucherschutz am Katzentisch (0:33 Min)
Ich glaube, wir als Verbraucher sitzen bei vielen politischen Entscheidungen am Katzentisch, und das muss anders werden. Die Verbraucherperspektive, die Kosten, die Chancen, der Nutzen - das muss mit am Kabinettstisch auf Augenhöhe verhandelt werden und deswegen fordere ich eine Stärkung des Verbraucherschutzes auch in der Regierung. Das Ministerium braucht mehr Verantwortung, mehr Kompetenzen in wichtigen Themen, denn sonst kann eine Verbraucherministerin oder ein Verbraucherminister zwar Probleme benennen, hat aber nicht die Möglichkeit, sie selbst zu lösen.

O-Ton 9 Gerd Billen, (vzbv) - Finanzmarktwächter (0:44 Min)
Wir sehen, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher in die Beratungsstellen der Verbraucherzentralen kommen, und eigentlich könnten wir aus diesen Erkenntnissen und Erfahrungen viel mehr an Wissen darüber gewinnen, wo die schwarzen Schafe sitzen, wo funktioniert es am Finanzmarkt gut, was sind die Probleme bei der Altersvorsorge, was sind die Probleme im Bankgeschäft? Deswegen schlagen wir vor, einen so genannten Finanzmarktwächter zu etablieren, der bei den Verbraucherzentralen angesiedelt ist und dafür sorgt, dass der Politik, aber auch den Unternehmen und Verbrauchern bessere und präzisere Kenntnisse zukommen können als heute - also ein Frühwarnsystem - wenn man so will - aus Verbrauchersicht am Finanzmarkt.

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