Datum: 28.04.2016

Missverständliche Werbung für Finanzanlagen

Marktwächter für mehr Transparenz im Grauen Kapitalmarkt

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Quelle: WavebreakMediaMicro - fotolia.com

  • Projekt Marktwächter Finanzen prüft Werbung für Produkte des Grauen Kapitalmarkts
  • Verbraucher werden nicht genügend über die Risiken aufgeklärt
  • vzbv fordert klare Regeln für Bewerbung von Finanzanlagen

Die Werbung für Anlageprodukte im Grauen Kapitalmarkt ist oft intransparent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Hessen im Rahmen des Projekts Marktwächter Finanzen. Schon die Bezeichnung "Grauer Kapitalmarkt" ist den meisten Privatanlegern ohnehin nicht unbedingt ein Begriff. Gemeint sind damit beispielsweise Direktinvestments in Container, Beteiligungen an vielversprechenden Infrastrukturprojekten, Gold-Sparpläne, Geschlossene Fonds mit vermieteten Immobilien oder Schiffen. Die Art der Geldanlage und damit verbundene Risiken bleiben für Verbraucher häufig unklar. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert klarere Regeln für die Werbung für Anlagen im Grauen Kapitalmarkt.

Geschönte Darstellung verführt zu riskanten Investitionen

Gerade in Zeiten niedriger Zinsen lockt der Graumarkt mit hohen Renditen und vermeintlicher Solidität. Es handelt sich aber um Finanzprodukte, die nur wenig geregelt beziehungsweise durch Behörden wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kaum überwacht werden. Die Anbieter solcher Produkte versäumen bei der Bewerbung ihrer Produkte oft, die Risiken den Vorteilen klar gegenüber zu stellen. In 77 von 91 der von den Marktwächtern Finanzen untersuchten Fälle wurden die Vorteile der Geldanlage nur einseitig hervorgehoben.
„Viele Verbraucher, die am Grauen Kapitalmarkt investieren, glauben ihr Geld in einer sicheren Anlage gut aufgehoben – nicht zuletzt weil die Anbieter ein zu vorteilhaftes Bild von den Produkten zeichnen“, sagt Jutta Gelbrich, Vorstand der Verbraucherzentrale Hessen. „Verbraucher erleiden teilweise hohe Verluste mit Investitionen in Produkte des Grauen Kapitalmarktes. Dieser Tatsache wird der Marktwächter im Grauen Markt weiter auf den Grund gehen“, so Gelbrich weiter.

Graumarkt-Produkte werden ohne Einschränkung beworben

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Knapp die Hälfte der Werbungen enthielt keinen Hinweis auf Risiken wie beispielsweise Wertschwankungen, die bei Investitionen im Grauen Kapitalmarkt grundsätzlich bestehen. Wenn die Werbung einen solchen Hinweis enthielt, war dieser oft versteckt, in kleiner Schrift oder stark verklausuliert. Dorothea Mohn, Leiterin Team Finanzmarkt beim vzbv, bewertet angesichts der Untersuchungsergebnisse: „Produkte des Grauen Kapitalmarktes dürfen aktuell nahezu uneingeschränkt beworben werden. Da es sich um Anlageformen mit besonderen Risiken handelt, sollte zumindest die Art der Bewerbung so geregelt sein, dass Missverständnisse ausgeschlossen sind. Bei stärker regulierten Geldanlagen ist klar vorgeschrieben, dass beispielsweise neben den Vorteilen einer Anlage auch die Nachteile verhältnisgleich zu erläutern sind. Solche Vorgaben sind für Produkte des Grauen Kapitalmarktes umso wichtiger.“

Mehr zu den Untersuchungsergebnissen des Projekts Marktwächter Finanzen von Werbung für Anlagen im Grauen Kapitalmarkt  auf www.marktwaechter.de

Ansprechpartner

Timo Beyer

Leiter Team Kommunikation Marktbeobachtung
presse-marktbeobachtung@vzbv.de +49 30 25800-525

Ansprechpartner

Christian Ahlers

Referent Team Finanzmarkt
info@vzbv.de +49 30 25800-0