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07.02.2012 > Onlinemeldung

Zuviel des Guten

Kleinkinderlebensmittel halten häufig nicht, was sie versprechen
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Spezielle Menüs, Getränke und Snacks für Kleinkinder füllen seit einiger Zeit die Supermarktregale. Tragen sie eine Altersangabe, unterliegen sie in der Regel der Diätverordnung und müssen für die ausgelobte Zielgruppe besonders geeignet sein, in diesem Fall für Ein- bis Dreijährige. Genau das ist bisweilen nicht der Fall.

So hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die im Supermarkt erhältliche spezielle Kindermilch für Kleinkinder untersucht. Das Ergebnis: Sie entspricht nicht den Ernährungsbedürfnissen von Kleinkindern und damit auch nicht der Diätverordnung. Folgen Eltern den Verzehrsempfehlungen der Hersteller, nehmen Kinder wesentlich mehr Fett, Kohlenhydrate und bestimmte Vitamine und Mineralstoffe auf, als sie es mit normaler Milch tun würden. Würden Kinder die vom Hersteller empfohlene Menge Kindermilch verzehren, wäre der Tagesbedarf an Eisen, Zink und verschiedenen Vitaminen alleine durch den Milchkonsum bereits erreicht. Zusammen mit dem, was ein Kleinkind sonst noch am Tag isst, kann dies zu einer Überversorgung mit möglicherweise negativen gesundheitlichen Folgen führen. Negativ fällt auch die finanzielle Bilanz aus: Im Vergleich zu normaler Milch zahlen Eltern pro Jahr bis zu 270 Euro extra.

Auch andere diätetische Lebensmittel für Kleinkinder beurteilen Fachgesellschaften als nicht empfehlenswert. So raten die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) sowie Kinderärzte von Trinkbreien ab. Die Verbraucherzentralen haben in einem Marktcheck weitere Kleinkinderprodukte überprüft. „Hinter Getränken oder Snacks für zwischendurch und unterwegs verbergen sich oft kalorienreiche, einseitige Zwischenmahlzeiten“, erklärt vzbv-Ernährungsexpertin Clara Meynen. Problematisch sei auch der Einsatz von Aromen, da sich Kinder auf diese Weise an künstliche Geschmacksrichtungen gewöhnen. Bei der Kennzeichnung ist auffällig, dass nahezu alle Produkte mit besonderem Nährwertgehalt oder einem gesundheitlichen Nutzen werben. „Trotz der Claims-Verordnung, die genau dies regeln sollte, findet sich hier noch ein Wildwuchs an gesundheitsbezogenen Angaben“, kritisiert Meynen.

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