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26.04.2013 > Onlinemeldung

Ziel verfehlt: Gesetz zur Honorarberatung hilft Verbrauchern nicht weiter

Anleger brauchen eine vollständige Beratung – das neue Gesetz schließt jedoch mehrere Produktgruppen vom Provisionsverbot aus
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Mit der gesetzlichen Regulierung der Honorarberatung hat die Bundesregierung eine langjährige Forderung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) aufgegriffen. Eine solche Regulierung ist grundsätzlich notwendig, da sich die Honorarberatung ohne eine klare Gesetzesgrundlage nicht gegenüber der Provisionsberatung durchsetzen dürfte. Allerdings greift das gestern vom Bundestag verabschiedete Gesetz deutlich zu kurz.

Der Gesetzgeber kommt hier zwar formell seiner Aufgabe nach, inhaltlich aber geht das Gesetz an der Grundlogik der Honorarberatung vorbei. „Statt eines Placebos fordern wir eine echte Regulierung der Honorarberatung“ so Dorothea Mohn, Finanzexpertin des vzbv.

Das Problem: Der Gesetzesbeschluss reguliert die Honorarberatung nur für Finanzprodukte und -dienstleistungen, die durch das Wertpapierhandelsgesetz oder das Vermögensanlagengesetz abgedeckt werden – also Wertpapiere wie Zertifikate sowie offene und geschlossene Fonds. Diese Regelung schließt jedoch Versicherungen, Spareinlagen, Bausparverträgen und Krediten vom Provisionsverbot aus.

Eine solche Teil-Lösung widerspricht den Interessen der Verbraucher. Ohne einen ganzheitlichen Ansatz kann die Honorarberatung den Wünschen der Kunden nicht nachkommen. Ein Honorarberater muss in der Lage sein, aus dem gesamten Spektrum von Finanzprodukten individuelle Lösungen für seine Kunden zu entwickeln.

„Wir hatten ein Gesetz gefordert, das den Berufsstand des Honorarberaters als echte Alternative zum Provisionsmodell etabliert“, sagt Dorothea Mohn vom vzbv. Für eine effektive und lebensnahe Regulierung wäre ein Gesetz erforderlich gewesen, das den Beruf des Honorarberaters nicht künstlich von einzelnen Produktarten trennt.

Zusätzlich hat der Gesetzgeber verpasst, für Transparenz im Provisionsmodell zu sorgen. Provisionen und sonstige Anreize für Finanzberater müssen unmissverständlich in Euro und Cent offengelegt werden, damit Kunden wissen, wie viel sie für die Vermittlung von Finanzprodukten bezahlen.

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