Skip to content Skip to navigation Logo Verbraucherzentrale Bundesverband

27.10.2009 > Onlinemeldung

Wettbewerb und Versorgungssicherheit in den Energiemärkten garantieren

Quelle: 
opolja - fotolia.com

Kurzfristiges Ziel im Strom- und Gasmarkt ist die Etablierung einer funktionierenden Wettbewerbsordnung. Übergeordnetes Ziel muss eine günstige und zugleich umweltverträgliche Energieversorgung sein.

Die Verbraucher in Deutschland waren in den zurückliegenden Jahren mit massiv steigenden Energiepreisen konfrontiert. Die zwischenzeitliche Erholung Anfang dieses Jahres darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei derzeitigen Strukturen mittelfristig die Kosten für Energie wieder steigen werden. 2008 betrugen die Energiekosten circa 120 Milliarden Euro, das sind über zehn Prozent der gesamten Konsumausgaben.

Entscheidend für die Preisbildung der Energieträger ist neben den Rohstoffpreisen auf den Weltmärkten vor allem die inländische Wettbewerbssituation. Hier gibt es im Stromsektor nur zögerliche Verbesserungen, die Entwicklung des Gasmarktes stagniert weitgehend. Die Europäische Union hat sich gegen die Widerstände insbesondere aus Deutschland und Frankreich mit ihren Plänen zur Entflechtung der Strom- und Gasnetze nicht vollständig durchsetzen können. Die unzureichende Abtrennung der Monopolbereiche sowohl auf der Transportnetz- als auch auf der Verteilnetzebene bleibt ein starkes Wettbewerbshemmnis.

Vorrangiges Ziel im Strom- und Gasmarkt ist nach wie vor die Etablierung einer funktionierenden Wettbewerbsordnung. Gleichzeitig muss die Versorgungssicherheit gewährleistet werden. Insgesamt müssen angemessene Energiepreise erreicht werden, dies bedeutet insbesondere, dass durch einen funktionierenden Wettbewerb auf den inländischen Wertschöpfungsstufen größtmögliche Effizienz erreicht und einem Wettbewerbsmarkt angemessene Renditen erwirtschaftet werden. Monopol- beziehungsweise Oligopolrenten müssen verhindert werden.

Gleichzeitig sind Technologien zu fördern, die einerseits eine größere Unabhängigkeit von Energieimporten ermöglichen und andererseits die Oligopolstrukturen auf der Anbieterseite aufbrechen. Dabei müssen die Verbraucher in die Lage versetzt werden, sich durch eigene Investitionen unabhängiger von der Zufuhr von Energien zu machen. Wir benötigen eine deutliche Erhöhung des Anteils Erneuerbarer Energien sowohl bei der Strom- wie bei der Erdgaserzeugung sowie beim Einsatz Erneuerbarer Energien im Wärmemarkt. Effizienzpotentiale sind zu nutzen: Unzählige Energieeffizienzpotentiale bleiben bislang weitgehend unausgeschöpft.

Was brauchen wir?

  • Die eigentumsrechtliche Entflechtung der Netzinfrastrukturen; das gilt für Strom- wie Gasnetze gleichermaßen auf allen Netzebenen. Die Netzinfrastruktur gehört dabei überwiegend in öffentliche Hände.
  • Bei der Stromerzeugung sind durch verstärkte Forschungsanstrengungen die Kosten sowohl für Fotovoltaik wie auch für Anlagen der dezentralen Kraftwärmekopplung deutlich zu senken. Die bisherigen Einspeisevergütungen für Erneuerbare Energien müssen sich vergleichbar der Regulierung der Netzentgelte stärker als bisher an den jeweils effizientesten Anbietern orientieren.
  • Monopol- beziehungsweise Oligopolrenten sind so lange abzuschöpfen, bis eine funktionierende Wettbewerbsordnung etabliert ist.