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06.12.2011 > Onlinemeldung

Wenn die Mücke zum Elefanten wird

Inkasso-Gebühren treiben Verbraucher in die Schuldenfalle
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Am Anfang sind es 20 Euro, die die Verbraucher schuldig sind. Am Ende sollen sie viel mehr bezahlen, manchmal im drei- oder vierstelligen Bereich. Erst die überzogenen Gebühren und Auslagen für die Inkasso-Unternehmen lassen die kleinen Beträge zu hohen Schuldenbergen anwachsen.

20,84 Euro: So viel war der Verbraucher schuldig. Zusammen mitden Inkasso-Gebühren versuchte er den Betrag in Raten abzustottern.Nach über acht Jahren belief sich die Forderung aber auf über 1.200 Euro – ein realer Fall aus der Schuldnerberatung der Verbraucherzentralen. Aus einem kleinen Betrag ist durch die Inkasso-Kosten und zusätzliche Gebühren, Auslagen und Zinsen eine stattliche Summe geworden – „angeschwollene Bagatellforderung“ nennen das die Fachleute.

Das Prinzip ist einfach: Eine kleine Hauptforderung genügt den Inkasso-Unternehmen, um kräftige Gebühren, Auslagen und Zinsen für ihre Dienste zu verlangen. Kann der Schuldner diese Forderungen nicht sofort begleichen, wächst die Schuldenlast rasant an. Denn oftmals sind allein die in Rechnung gestellten Kostenpositionen der Inkasso-Büros höher als die monatliche Rate, die der Schuldner aufbringen kann.

Inkasso-Unternehmen müssen effektiv arbeiten

Diese Praxis ist jedenfalls dann unzulässig, wenn der Schuldner entweder seine Zahlungsunfähigkeit angezeigt oder die ursprüngliche Forderung bestritten hat. Denn der Gläubiger hat beim Schulden eintreiben eine Schadensminderungspflicht einzuhalten. Er darf keine unnötigen oder unnötig hohen Kosten verursachen,sondern muss das billigste und effektivste Mittel zur Schuldeneintreibung wählen. Christina Buchmüller vom Verbraucherzentrale Bundesverband: „Wenn der Verbraucher signalisiert, dass er die Forderung nicht zahlen wird oder kann, dann muss der Gläubiger direkt das gerichtliche Mahnverfahren einleiten.“ Das Inkasso-Verfahren wird sonst zur unnötigen Gängelung.

Ein weiterer Trick der Inkasso-Unternehmen: Sie verschicken standardmäßig Vereinbarungen zu Ratenzahlungen. Damit verbunden ist ein „Anerkenntnis der Forderung“. Geht der Verbraucher darauf ein, wird auch aus einer ursprünglich unrechtmäßigen Forderung eine rechtmäßige. „Bevor Verbraucher so etwas unterschreiben,sollten sie sich beraten lassen“, so Buchmüller.

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