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12.04.2013 > Onlinemeldung

Wenige Internet-Anbieter liefern versprochene Breitbandgeschwindigkeit

Messkampagne der Bundesnetzagentur enthüllt Ausmaß
Quelle: 
opolja - fotolia.com

In den vergangenen Jahren hat sich fast nichts geändert: Noch immer zahlen Verbraucher für Breitbandgeschwindigkeiten im Netz, die ihnen gar nicht angeboten werden. Das zeigt eine Kampagne der Bundesnetzagentur. Der vzbv fordert mehr Transparenz.

Unter dem Überschrift  „Mit High Speed ins Internet – Lust oder Frust?“ hatten die Verbraucherzentralen im Jahr 2008 Internetnutzer online nach ihren Erfahrungen mit den Anbietern von Breitbandanschlüssen gefragt. In den ca. 14.500 auswertbaren Antworten wurden damals vor allem die teilweise erheblichen Differenzen zwischen versprochener und tatsächlicher Geschwindigkeit des Breitbandzugangs beklagt.  

An dieser für die Verbraucher unerfreulichen Situation hat sich zwischenzeitlich offenbar wenig verändert. Darauf weist die Auswertung der im zweiten Halbjahr 2012 durchgeführten Messkampagne der Bundesnetzagentur hin. Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse bestätigen die Erkenntnisse aus einer Online-Befragung von Internet-Nutzern der Verbraucherzentralen im Jahr 2008.  

Welten liegen zwischen Versprechungen und Realität

Mit großer Deutlichkeit hat sich wieder gezeigt, dass zwischen den Versprechungen in der Werbung, den Verträgen und der praktischen Nutzung meist Welten liegen. So erzielen noch immer sehr wenige Kunden in der Praxis auch nur annähernd die Bandbreite beziehungsweise die Downloadgeschwindigkeit, die ihnen beim Vertragsschluss versprochen wurde. Dies ist das ernüchternde Fazit der von der Bundesnetzagentur beauftragten aktuellen Messungen und der von ihr durchgeführten Überprüfungen der Standardverträge der Anbieter.  

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert daher die Anbieter schneller Breitbandbandzugänge auf, aus den vorliegenden Ergebnissen endlich Konsequenzen zu ziehen. Es muss endlich Schluss sein damit, dass Verbrauchern massenhaft Produkte verkauft werden, die ihre beim Vertragsschluss behaupteten Qualitätsmerkmale nicht einmal annähernd einhalten.  

Ziel der Messkampagne der Bundesnetzagentur war und ist nach deren eigenem Bekunden, mit Hilfe der Studie die „Transparenz für Endkunden zu erhöhen“. Zumindest das Ziel, den Verbrauchern damit eine Vergleichs- und Entscheidungshilfe an die Hand zu geben, wird aber klar verfehlt, da im Ergebnisbericht zur Messkampagne die Unternehmen, in deren Netzen und Anschlüssen gemessen wurde, nicht namentlich genannt werden, sondern nur in anonymisierter Form. Der Verbraucherzentrale Bundesverband wird sich für eine Auflösung dieser Anonymisierung einsetzen.“

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