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28.05.2013 > Onlinemeldung

Warteschleifen endlich komplett kostenfrei

Ab dem 1. Juni darf bei Anrufen zu Sonderrufnummern nicht mehr kassiert werden
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Die Warterei hat ein Ende. Ab dem 1. Juni 2013 darf für Warteschleifen bei Anrufen zu Sonderrufnummern, die pro Minute abgerechnet werden, nicht mehr kassiert werden. So hatte es der Gesetzgeber schon im Mai 2012 im neuen Telekommunikationsgesetz festgeschrieben. Allerdings wurde eine zwölfmonatige Übergangsfrist eingeräumt, die den Unternehmen viel mehr Zeit als nötig für die Implementierung gab.  

Jetzt aber ist Schluss mit einer teilweise verbraucherunfreundlichen Übergangsregelung, bei der zumindest nachgelagerte Warteschleifen - zum Beispiel im Falle einer Weiterleitung - von der Kostenfreiheit ausgenommen waren. Endlich können sich Service- oder Hotlineanbieter nicht mehr damit herausreden, es nicht rechtzeitig geschafft zu haben.

Informationsrecht der Anrufer

Ab dem 1. Juni 2013 muss die vollständige Kostenfreiheit für auftretende Wartezeiten bei Anrufen zu Sonderrufnummern, die pro Minute abgerechnet werden, sichergestellt sein. Die Anrufenden haben auch ein weitergehendes Informationsrecht. So muss ihnen zu Beginn der ersten Warteschleife eine Information sowohl über die Art der Tarifierung (Festpreis oder Minutenabrechnung) als auch über die voraussichtliche Wartezeit gegeben werden.

Ausnahmen

Bei einem Festpreis sind die Kosten etwaiger Warteschleifen ohnehin schon eingepreist. Auch für Ortsnetz-Rufnummern und herkömmliche Mobilfunknummern gilt die Verpflichtung zur Kostenfreiheit etwaiger Warteschleifen nicht. Eine potentielle Manipulationsmöglichkeit in dem Zusammenhang bieten jedoch grundsätzlich computergesteuerte Dialogsysteme, durch die Informationen zur Bearbeitung des jeweiligen Anliegens abgefragt werden sollen. Diese speziellen Bearbeitungszeiten gelten entgegen der seinerzeitigen Forderung des Verbraucherzentrale Bundesverbands  (vzbv) laut Gesetz nicht als Wartezeiten und sind damit auch nach dem 1. Juni nicht kostenfrei.

Der vzbv empfiehlt allen Verbraucherinnen und Verbraucher, ab Juni 2013 genau darauf zu achten, ob sich die Unternehmen an die Vorschrift halten und dabei ihren Informationspflichten nachkommen. Denn verstößt ein Unternehmen gegen eine dieser Vorschriften, muss der Teilnehmer für das gesamte Gespräch nichts bezahlen.

Außerdem verfolgt die Bundesnetzagentur Verstöße gegen die Vorschriften zum Einsatz von Warteschleifen und kann sie mit einem Bußgeld ahnden. Betroffene sollten daher die Bundesnetzagentur kontaktieren oder sich an die Verbraucherzentralen in ihrem Bundesland wenden.

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