Skip to content Skip to navigation Logo Verbraucherzentrale Bundesverband

04.10.2012 > Onlinemeldung

vzbv fordert verbindlichen Dispozinsdeckel

Bund und Banken in der Pflicht
Quelle: 
opolja - fotolia.com

"Für eine marktgerechte Begrenzung der Dispozinsen brauchen wir verbindliche Regeln“, sagt Frank-Christian Pauli vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Das ist sein Fazit aus dem Spitzengespräch von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner mit Verbraucherverbänden und Banken am 2. Oktober. Zwar habe man gemeinsam festgestellt, dass Kostentransparenz und Hilfsangebote bei Überschuldung verbessert werden müssten. Die Ankündigungen der Banken bleiben dem Finanzexperten jedoch zu vage.

Preisaushänge allein erlaubten beispielsweise nach wie vor die Forderung überhöhter Dispozinsen oder die Kostenverlagerung auf andere Leistungen. Pauli fordert: „Nur ein gesetzlicher Deckel kann derzeit die Dispozinsen von ihrem überhöhten Niveau herunterholen. Appelle haben auch bisher wenig gebracht.“ Im Kern setzt sich der vzbv für klare und öffentlich verfügbare Kontokonditionen und faire Zinsanpassungen entsprechend einem Leitzins ein.

Außerdem verlangt er akzeptable Angebote für Verbraucher, die ihr Konto dauerhaft überziehen. Banken müssten ihnen eine Umschuldung mit fairen Konditionen erleichtern. Das soll dem Einstieg in die Überschuldung vorbeugen.

Eine Studie im Auftrag des BMELV hatte belegt, dass viele Banken und Sparkassen ihren Kunden bei Kontoüberziehungen stark überhöhte Zinsen bis zu 14 Prozent abnehmen. Obwohl der Bundesrat die Idee der Zinsdeckelung bereits aufgegriffen hat, setzt Ministerin Aigner immer noch auf freiwillige Regelungen der Kreditwirtschaft für faire Konditionen und Transparenz und kündigt ein weiteres Treffen dazu an.

Downloads

Weitere Informationen