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25.08.2014 > Onlinemeldung

Vorbereitungen für neue Behandlungsprogramme für Chroniker

Bessere Behandlung der Patienten kann noch Jahre dauern
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Voraussetzung für strukturierte und qualitätsgesicherte Behandlungsprogramme bei vier weiteren Volkskrankheiten geschaffen. Für chronische Herzinsuffizienz, Rückenschmerz, rheumatoide Arthritis und Osteoporose sollen so genannte Chronikerprogramme geprüft werden. Die Patientenvertretung im G-BA, zu der auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zählt, hat hierauf gedrängt. Allerdings steht noch ein mehrjähriges Beratungsverfahren bevor. Bis betroffene Patienten tatsächlich eine bessere Behandlung erhalten, könnten noch Jahre vergehen.

Chronikerprogramme wurden in Deutschland vor rund zehn Jahren eingeführt, zunächst für Diabetes, Asthma, chronische Herzkrankheit und Brustkrebs. Grundlegende Zielsetzung dieser strukturierten Behandlungsprogramme ist, die Behandlung stärker an medizinischen Leitlinien zu orientieren. So soll eine bestmögliche Versorgung gesichert werden.

Allerdings gab und gibt es Verbesserungsbedarf hinsichtlich der Vorgaben zur tatsächlichen Behandlung, ihrer Dokumentation und der Qualitätssicherung. Hier sind zwingend Verbesserungen notwendig, um die Aussagekraft der erhobenen Qualitätsdaten zu erhöhen.

Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen

Nun wurden vier weitere Krankheitsbilder benannt, für die neue Chronikerprogramme geschaffen werden könnten: chronische Herzinsuffizienz, Rückenschmerz, rheumatoide Arthritis und Osteoporose.

 

„Allerdings sollten sich Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen“, sagt Kai Vogel, Leiter des Teams Gesundheit beim vzbv. Die Voraussetzungen für wirkungsvollere Programme seien aber grundsätzlich gegeben. Denn sowohl die Zuständigkeit für die Festlegung der Chronikerprogramme als auch die Systematik der Zuweisungen von Mitteln an die gesetzlichen Krankenkassen haben sich geändert. „Das eröffnet die Chance, dass bei neuen Chronikerprogrammen eine verbesserte Qualitätssicherung eingeführt wird“, so Vogel. So könnten Patienten auch tatsächlich und nicht nur auf dem Papier nach dem bestverfügbaren Wissen behandelt werden.

Noch weiter Weg bis zum Nutzen für Patienten

Aber auch dies ist noch ein weiter Weg: Aktuell ist das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beauftragt, die wissenschaftliche Aufarbeitung entsprechender Leitlinien vorzunehmen. Diese sollen voraussichtlich 2016 vorliegen. Im Anschluss beginnt erfahrungsgemäß ein mehrjähriger Beratungsprozess im G-BA, der in einen Beschluss mündet. Erst dann sind dann die gesetzlichen Krankenkassen gefragt, Verträge mit den Ärzteverbänden zu schließen. Gerade bei den langen Vorlaufzeiten ist es umso wichtiger, dass die nun begonnenen Aktivitäten gute Ergebnisse im Sinne der Patienten erbringen.

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