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07.06.2013 > Onlinemeldung

Verhandlungen über CO2-Grenzwerte für Neuwagen in kritischer Phase

vzbv fordert von Bundeskanzlerin Merkel Einsatz für spritsparende Autos
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Merkel appelliert, sich für anspruchsvolle Grenzwerte bei CO2-Emissionen von Neuwagen einzusetzen.

Die EU-Mitgliedstaaten verhandeln derzeit mit dem europäischen Parlament und der europäischen Kommission über strengere CO2-Grenzwerte für Neuwagen. Das verspricht für Verbraucher einen echten Mehrwert, denn ein niedrigerer CO2-Ausstoß ist nur durch effizientere Autos möglich – und diese reduzieren wiederum die Spritausgaben.

 

Die Verhandlungen über das Gesetz sind in einem kritischen Stadium, weil sich an entscheidenden Punkten ein Dissens zwischen den EU-Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament abzeichnet. Ausgerechnet die deutsche Bundesregierung steht dem Gesetzesvorhaben kritisch gegenüber.

Forderungen des vzbv

Damit die neuen CO2-Grenzwerte für Verbraucher Vorteile bringen, sind aus Sicht des vzbv folgende Punkte essentiell:

  • CO2-Ausstoß und Spritverbrauch dürfen nicht nur auf dem Papier reduziert werden – sie müssen auch in der Realität sinken. Das ist bisher nicht gewährleistet, weil CO2-Emissionen und der Normverbrauch eines Autos derzeit mit einem Testverfahren ermittelt werden, das den Herstellern viele Schlupflöcher lässt. Der tatsächliche Kraftstoffverbrauch eines Neuwagens liegt im Durchschnitt um 25 Prozent über den Herstellerangaben. „Wenn wir das nicht ändern, haben wir zwar bald schöne Grenzwerte, aber in der Realität sinkt der Spritverbrauch trotzdem nicht“, so vzbv-Vorstand Gerd Billen.
  • Die Markteinführung von Elektroautos darf nicht zu laxen CO2-Grenzwerten für herkömmliche Autos führen. Die Bundesregierung setzt sich dafür ein, Elektroautos mehrfach als Nullemissions-Fahrzeuge anzurechnen. Die Folge ist, dass der Grenzwert für andere Autos faktisch steigt und die Käufer dieser Fahrzeuge weniger Spritkosten einsparen. Diese mehrfache Anrechnung von Elektroautos wird in der politischen Diskussion als „Supercredits“ bezeichnet – für die Verbraucher ein schlechtes Geschäft.
  • Langfristig muss der Verkehr CO2-frei und vom Erdöl unabhängig werden. Die Weichen hierfür sind frühzeitig zu stellen, weil die Unternehmen langfristige Planungssicherheit brauchen. Deshalb sind anspruchsvolle Grenzwerte für die weitere Absenkung von CO2-Emissionen nach 2025 wichtig.

„2012 war für die Autofahrer in Deutschland das teuerste Jahr an der Tankstelle überhaupt. Damit Mobilität in Zeiten steigender Spritpreise bezahlbar bleibt, müssen die von der EU vorgeschlagenen CO2-Grenzwerte umgesetzt werden. Das Gesetz darf nicht am Widerstand Deutschlands scheitern“, sagt Gerd Billen.

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