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27.10.2009 > Onlinemeldung

Verbraucherfreundliche Regeln im Finanzmarkt schaffen

Quelle: 
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Auch wer heute 45 Jahre lang arbeitet und in die Rentenkasse einzahlt, muss für das Alter zusätzlich privat vorsorgen. Verbraucher sind hier mit hoch komplexen Produkten konfrontiert, die sie nicht durchschauen und für die auch kein Erfahrungswissen existiert. Das gleiche gilt für die Geldanlage, den Baukredit oder die Versicherung gegen Berufsunfähigkeit. Die Folge: Viele Verbraucher sind nicht optimal mit Finanzprodukten versorgt.

Verantwortlich hierfür sind ineffiziente Produkte, komplexe Verbraucherinformationen, mangelnder Wettbewerb, unfaire Vertriebsmethoden und provisionsgesteuerter Vertrieb. Der Verlust durch eine nicht bedarfsgerechte Beratung beläuft sich nach einer Untersuchung im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums auf 20 bis 30 Milliarden Euro pro Jahr. Zudem gibt es ein erhebliches Kontrolldefizit, verursacht durch höchst unterschiedliche Regelungen und Beaufsichtigung der einzelnen Vermittlergruppen. So muss ein Versicherungsberater den Kunden ein Beratungsprotokoll vorlegen, ein Anlageberater hingegen nicht.

Alle Vermittler müssen gleichen Regeln der Qualifikation, Zulassung, Transparenz und Vermögensschadenabsicherung unterliegen. Der Nachweis der Sachkunde muss ebenso obligatorisch werden wie eine Berufshaftpflicht. Zudem benötigen wir eine zentrale und effiziente Aufsichtsbehörde. Kein Produkt und kein Anbieter von Finanzdienstleistungen darf mehr unbeaufsichtigt bleiben. Um diese Aufgaben bewältigen zu können, ist die staatliche Finanzaufsicht mit entsprechenden Ressourcen auszustatten.