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17.10.2014 > Onlinemeldung

Verbraucher müssen sich auf Bewertungsportale verlassen können

vzbv fordert mehr Transparenz auf Bewertungs- und Vergleichsportalen
Quelle: 
Fotolia.com - contrastwerkstatt

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher informieren sich auf Bewertungs- und Vergleichsportale im Internet, etwa vor einer Reise oder dem Kauf eines neuen Smartphones . Doch immer wieder gibt es Berichte über gefälschte Bewertungen von Unternehmen. Auf vielen Portalen ist zudem nicht ersichtlich, wie das Ranking der bewerteten Unternehmen oder Produkte zustande kommt oder ob Provisionen für die Positionierung auf dem Portal gezahlt werden. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert Betreiber von Bewertungs- und Vergleichsportalen auf, für einen effektiven Schutz vor gefälschten Bewertungen und mehr Transparenz in Bezug auf Bewertungsmethoden und Finanzierung sorgen. Andernfalls müssten neue gesetzlich vorgeschriebene Informationspflichten für mehr Transparenz sorgen.

„Bewertungen nehmen maßgeblichen Einfluss auf die Kaufentscheidung der Verbraucher. Umso wichtiger ist es, dass Verbraucherinnen und Verbraucher auf die Unabhängigkeit der Portale vertrauen können“, sagt Lenz Queckenstedt, Teamleiter Digitales und Medien beim vzbv. Betreiber von Bewertungs- und Vergleichsportalen sind daher in der Pflicht, gefälschte Bewertungen auf ihren Plattformen zu unterbinden, zum Beispiel mittels eigener IT-Systeme.

Bewertungs- und Vergleichsportale verbraucherfreundlich gestalten

Genauso wichtig ist es, die Bewertungsmethode, das Ranking sowie die Finanzierung des Portals leicht verständlich und leicht erkennbar darzustellen. „Die mögliche Zahlung von Provisionen muss transparent gemacht werden und darf in keinem Fall zu einem besseren Ranking führen“, so Queckenstedt. Nur dann können Verbraucher solche Portale effektiv für ihre Kaufentscheidung nutzen.

Qualitätsstandards für Bewertungs- und Vergleichsportale

Die Europäische Kommission führt seit 2011 einen Multi-Stakeholder Dialog zu Bewertungs- und Vergleichsportalen durch, um die Transparenz solcher Portale zu verbessern. Die befragten Experten sprachen sich für ein EU-weites Zulassungssystem für Vergleichsportale aus. Die Branche selbst solle best practices und verlässliche Standards selbst entwickeln.

 

Die Entwicklung von Normen und Standards bei Bewertungs- und Vergleichsportalen sind auch in Deutschland unter Beteiligung der Verbraucherverbände denkbar. „Bleiben solche Vorhaben erfolglos, muss der Gesetzgeber tätig werden“, fordert Queckenstedt. Die Informationspflichten im Telemediengesetz müssten dann dahingehend erweitert werden, dass Betreiber von Bewertungs- und Vergleichsportalen über Bewertungsmethoden, Ranking und Finanzierung des Portals umfassend und leicht verständlich informieren.

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