Skip to content Skip to navigation Logo Verbraucherzentrale Bundesverband

26.08.2020 > Onlinemeldung

Unklares Risiko für Patientinnen und Patienten bei mehrfachem Präparatwechsel

Gesundheitswesen Verwaltung. Foto: Sheeler - 123rf.com
Patientenvertretung kritisiert Beschluss zum Austausch von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln
Quelle: 
sheeler - 123rf.com

Trotz unzureichender wissenschaftlicher Daten werden Patientinnen und Patienten in einer Biologika-Dauertherapie künftig womöglich mehrfach das Präparat wechseln müssen. Dies ist die Folge eines Beschlusses des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zum Austausch von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln, so genannten Biologika und Biosimilars. Der Beschluss wurde gegen das Votum der Patientenvertretung im G-BA gefasst, zu der auch der Verbraucherzentrale Bundesverband gehört.

Die Patientenvertretung fordert:

  • Aufgrund der hohen Therapiekosten und vor dem Hintergrund einer guten Datenlage ist aus Patientenperspektive ein einmaliger Wechsel zwischen einem Referenzbiologikum und einem entsprechenden Biosimilar aus ökonomischen Gründen akzeptabel.
  • Bis zum Jahr 2022 muss der G-BA den Austausch von Biosimilars in den Apotheken regeln. Eine Gleichsetzung mit den Regelungen zum Generika-Austausch muss vor dem Hintergrund fehlender wissenschaftlicher Daten zum mehrfachen Wechsel verhindert werden.
  • Bei einem Präparatswechsel ändert sich oft auch die Form der verwendeten Spritzen oder Pens. Ärztinnen und Ärzte müssen betroffene Patienten dazu umfassend schulen.
  • Um die Datengrundlage hinsichtlich der Umstellungen auf andere Präparate zu verbessern, müssen die bestehenden Register konsequent ausgebaut und sämtliche Umstellungen beziehungsweise Präparate-Wechsel erfasst werden.  

Die komplette Pressemitteilung der Patientenvertretung finden Sie im Download-Bereich.

Die Patientenvertretung im G-BA

Die Patientenvertretung im G-BA besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der vier maßgeblichen Patientenorganisationen entsprechend der Patientenbeteiligungsverordnung: Deutscher Behindertenrat, Bundesarbeitsgemeinschaft PatientInnenstellen und -initiativen, Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. und vzbv. Die Patientenvertretung im G-BA kann mitberaten und Anträge stellen, hat aber kein Stimmrecht.

Downloads