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15.10.2014 > Onlinemeldung

Unerlaubte Telefonwerbung nervt noch immer

Verbraucherzentralen stellen Zwischenergebnisse einer bundesweiten Online-Befragung vor
Quelle: 
Verbraucherzentrale

Unerlaubte Telefonwerbung stellt trotz einer Gesetzesänderung im Jahr 2013 immer noch ein Ärgernis dar. Unentwegt blüht das Geschäft mit aggressiven Verkaufsmaschen, die die Angerufenen ganz unvermittelt am Telefon treffen. Dies ist das Zwischenergebnis einer im Juli 2014 gestarteten bundesweiten Online-Umfrage der Verbraucherzentralen. Dabei können Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Erfahrungen mit belästigenden Werbeanrufen schildern. Zwar ist Telefonwerbung ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung des Verbrauchers grundsätzlich rechtswidrig, trotzdem können mündliche Vertragsabschlüsse während solcher Anrufe in vielen Fällen rechtlich wirksam sein.

In der Zeit vom 1. Juli bis zum 30. September 2014 nahmen rund 2.800 Verbraucherinnen und Verbraucher an der Umfrage teil. Dabei gaben rund 84 Prozent der Befragten an, niemals oder nicht bewusst in einen Werbeanruf eingewilligt zu haben. Dennoch werden sie zu einem Großteil telefonisch belästigt. Das ist nach Einschätzung der Verbraucherzentralen nur die Spitze des Eisberges, wie darüber hinausgehende Beschwerden und Beratungen zeigen. Da viele Betroffene die belästigenden Anrufe nicht melden, gehen die Verbraucherschützer von einer weitaus größeren Dunkelziffer aus.

 

Vor einem guten Jahr, am 9. Oktober 2013, trat das sogenannte Anti-Abzocke-Gesetz in Kraft. Es sieht einen erhöhten Bußgeldrahmen zur Ahndung unerlaubter Anrufe vor. Außerdem wird darin geregelt, dass telefonisch angebahnte Verträge für die Vermittlung von Gewinnspielen nur noch mit einer Bestätigung in Textform wirksam werden. Damit wurde für Gewinnspieldienste das Unterschieben von Verträgen am Telefon erschwert.

 

Nach den jetzigen Umfrageergebnissen geht die Belästigung bei den Telefonanrufen nicht nur überwiegend von Gewinnspielen aus. Auch der Vertrieb von Produkten der Telefon- oder Internetdiensteanbieter, der Energieversorger, der Banken, der Versicherungen und der Zeitschriftenverlage haben danach mittlerweile hohe Anteile bei den Nennungen.

 

In knapp 30 Prozent der Fälle hatten die Anrufe finanzielle Folgen, wie zum Beispiel die Übersendung von Rechnungen oder Abbuchungen vom Konto. Eine andere Folge war der Abgleich oder die Abfrage von persönlichen Daten. In den restlichen Fällen waren für die angerufenen Verbraucher noch keine Folgen erkennbar.

 

Die Erhebung der Verbraucherzentralen dauert noch an. Betroffene können weiterhin bei der Online-Umfrage teilnehmen und die unerwünschte Belästigung mit Telefonwerbung melden. Die Verbraucherzentralen sammeln weiterhin Beschwerden, um herauszufinden, ob die gesetzlichen Regelungen gegen belästigende Telefonwerbung nachgebessert werden müssen.

 

Für weitere Informationen:
Weitere Informationen zu unerlaubter Telefonwerbung und Tipps, wie man sich wehren kann, finden Verbraucher bei der Verbraucherzentrale ihres Bundeslands: www.verbraucherzentrale.de

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