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25.07.2013 > Onlinemeldung

Unabhängige Patienteninformation stärken

Ressourcen der Patientenvertretung an Aufgaben anpassen
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Viele Verbraucher recherchieren heute im Internet zu Gesundheitsfragen, doch hinter vermeintlich neutralen Informationsportalen für Patienten stehen immer wieder Pharmawirtschaft, Ärzteschaft oder Krankenhäuser. So startete jüngst der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) die Website www.patienten.de. Für Verbraucher ist auf den ersten Blick nicht erkennbar, dass die Website wirtschaftsfinanziert ist. Um Patienten neutrale Informationen bieten zu können, fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), die Patienten- und Verbraucherorganisationen entsprechend zu stärken.

Verbraucher vertrauen generell eher einer unabhängigen Institution statt Wirtschaft oder Staat, wenn es darum geht, Märkte auf Entwicklungen hin zu beobachten, die Verbraucher benachteiligen – egal ob bei Gesundheit, Finanzen oder Ernährung. Das ergab eine infas-Studie im Auftrag des vzbv. Nur 41 Prozent fühlen sich gut informiert, wenn es Produkte oder Dienstleistungen gibt, die täuschen oder schädigen. Der Bedarf nach unabhängigen Informationen ist hoch – auch im Gesundheitsbereich. „Patienten haben ein Recht auf Information frei von wirtschaftlichen Interessen. Die Kapazitäten der Patientenvertretung reichen aber längst nicht, um bedarfsgerechte Informationsangebote bereitstellen zu können“, sagt Dr. Ilona Köster-Steinebach, Gesundheitsreferentin beim vzbv.

Patienten- und Verbrauchervertreter im G-BA

2004 hat der Gesetzgeber mit dem GKV-Modernisierungsgesetz vorgegeben, dass Patienten- und Verbrauchervertreter in diversen Gremien der Selbstverwaltung, insbesondere im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), mitwirken sollen. Im Laufe der Jahre wurden die Tätigkeitsfelder des G-BA fortlaufend ausgeweitet, mit der Folge, dass die Patienten- und Verbrauchervertreter immer neue Aufgaben bewältigen mussten. Ihre Arbeit im G-BA wurde trotz gesetzlichen Auftrags von Beginn an nicht kostendeckend vergütet. Hinzu kommt, dass Krankenkassen, Ärzte und Krankenhäuser über die finanzielle und personelle Unterstützung entscheiden. Ressourcen für eine unabhängige Information der Öffentlichkeit über die Arbeit der Patientenvertretung sind dabei nicht vorgesehen.

Angemessene Vergütung für Patientenvertretung

Die allgemeinverständliche Information der Patienten über Struktur und Arbeitsweise der Patientenvertretung sowie die Entscheidungswege im Gesundheitswesen dürfe nicht der Wirtschaft überlassen werden, so Ilona Köster-Steinebach: „Um Patienten und ihren Angehörigen neutrale und nützliche Informationen geben und ihre Interessen wirksam vertreten zu können, muss die Vergütung der Patienten- und Verbrauchervertreter an ihre tatsächlichen Aufgaben und gesellschaftliche Bedeutung angepasst werden.“

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