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26.07.2012 > Onlinemeldung

Tierschutz und öffentliche Gesundheit sind untrennbar

Für eine "gesunde" Landwirtschaft
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Vor 10 Jahren wurde in Deutschland der Tierschutz in das Grundgesetz aufgenommen. Seitdem hat es zwar kleine Verbesserungen für die Tiere gegeben, doch eine grundsätzliche Neuausrichtung der Tierhaltung hat nicht stattgefunden.

Tiergesundheit beeinflusst das Wohlbefinden der Tiere, hat aber genauso auch Einfluss auf die öffentliche Gesundheit. Viele Verbraucher sind beunruhigt über das allgemeine Wohlergehen der Tiere und sorgen sich über Rückstände in Fleischwaren wie Antibiotika oder Hormone.

Antibiotikaresistenzen sind ein Problem

Durch den unsachgemäßen und massenhaften Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft sind Tiere, Tierhalter und Verbraucher gleichermaßen gefährdet, sich mit resistenten pathogenen Keimen zu infizieren. Antibiotikaresistenzen sind ein ernst zu nehmendes Problem, denn sie schränken die Möglichkeiten ein, lebensbedrohliche Krankheiten zu bekämpfen. Und je weniger tiergerecht ein Haltungssystem ist, desto anfälliger sind die Tiere und desto mehr antimikrobiell wirksame Substanzen werden eingesetzt.

Die Forderung muss deshalb sein: Eine deutliche Abkehr von dem Konzept einer Tierhaltung, in dem mit Arzneimitteleinsatz die Tiere der Haltung angepasst werden. Medikamente dürfen nicht als Produktionsmittel in einem ungesunden, nicht tiergerechten System missbraucht werden.

Kontrolle der Tierhaltung durch amtliche Überwachung

Ziel muss es sein, auf den Einsatz von Antibiotika während der gesamten Lebenszeit zu verzichten. Der Einsatz von Antibiotika soll nur ausnahmsweise und nur nach tierärztlicher Untersuchung im Rahmen einer Therapie bei nachgewiesener bakterieller Infektion zulässig sein. 

Das Tierschutzgesetz und das Arzneimittelgesetz müssen dazu den nötigen Rahmen schaffen. Zusätzlich muss die amtliche Überwachung verstärkt werden. Auch muss wirksam sicher gestellt werden, dass die Kontrolle der Tierhaltung durch die amtliche Überwachung erfolgt. Grundsätzlich sollten wir eine Landwirtschaft anstreben, die weder die Gesundheit von Tieren, noch von Verbrauchern auf Spiel setzt.