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24.04.2015 > Onlinemeldung

Textilunternehmen in der Verantwortung für faire Produktionsbedingungen

vzbv ruft zur Beteiligung am Textilbündnis auf
Quelle: 
kasto - fotolia.com

Zwei Jahre nach dem verheerenden Unglück, bei dem 1.136 Näherinnen und Näher beim Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza in Bangladesch starben, sind noch viele Fragen ungeklärt: Was leisten deutsche und international agierende Unternehmen tatsächlich, um ihre gesellschaftliche Verantwortung entlang globaler Lieferketten zu tragen? Und was können Verbraucherinnen und Verbraucher tun, um ihre Rolle als verantwortliche Akteure zu meistern?

„Verbraucher erwarten zunehmend ein verantwortungsvolles Handeln von Unternehmen. Aktiv handeln müssen vor allem auch die großen Unternehmen“, sagt Katharina Knoll, Expertin für CSR und nachhaltigen Konsum beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Der vzbv fordert deshalb Unternehmen auf, sich im Textilbündnis von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller aktiv zu beteiligen. „Das Textilbündnis stellt eine geeignete Handlungsmöglichkeit für gelebte Verantwortung dar “, so Knoll. Textilunternehmen können damit einen Beitrag zur Umsetzung der UN-Leitlinien im Rahmen des Nationalen Aktionsplans für Wirtschaft und Menschenrechte und zur EU-Richtlinie zur Offenlegung von nichtfinanziellen Informationen leisten.

„Für den einzelnen Verbraucher sind die Einflussmöglichkeiten begrenzt, dennoch ist es wichtig, dass sie diese wahrnehmen können“, so Knoll. Als Orientierung können beispielsweise unabhängige und transparente Textilsiegel dienen, mit denen Verbraucher erkennen können, ob ein Produkt den Erwartungen genügt.

Unternehmen und Bundesregierung in der Verantwortung

„Menschenwürdige Produktionsbedingungen innerhalb der globalen Lieferketten zu sichern, kann am besten gemeinsam im internationalen Schulterschluss von EU, Bundesregierung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gelingen“, so Knoll. Das Programm „Better Work Programm für Bangladesch“ in Zusammenarbeit mit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) bietet Unternehmen beispielsweise Möglichkeiten zur Förderung verantwortlicher Exportstrategien im globalen Textilsektor.

Weiterhin steht die Verbesserung ökologischer und sozialer Produktionsbedingungen im Fokus des diesjährigen G7-Gipfels unter deutscher Präsidentschaft. Für Deutschland bietet sich die Chance, die Agenda ambitioniert im Sinne von Menschrechten und wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit zu gestalten.

Schritte zu mehr Verantwortlichkeit in Bangladesch

Zwei Initiativen sollen für Verbesserungen in Bangladesch sorgen. Der sogenannte „Accord“, ein Gebäude- und Brandschutzabkommen zwischen internationalen Textilhändlern und-Marken, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen, und die „Alliance for Bangladesh Worker Safety“. Zentrale Elemente wurden bereits umgesetzt, vorwiegend bei Gebäudesicherheit und Feuerschutz sowie im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Hinblick auf die Vereinigungsfreiheit und das Recht zu Kollektivverhandlungen stehen noch aus. Die größte Herausforderung liegt jedoch weiterhin in der gesetzlichen Verankerung und Umsetzung der Regelungen.

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