Skip to content Skip to navigation Logo Verbraucherzentrale Bundesverband

03.06.2014 > Onlinemeldung

Termine beim Facharzt: Wartezeiten müssen kürzer werden

Neues Video zeigt, wie Patienten Druck machen können
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Gesetzlich Versicherte müssen teilweise mehrere Monate auf einen Termin beim Facharzt warten. Das ist ein strukturelles Problem, das auch die Große Koalition auf ihrer Agenda hat. Ein neues Video des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) zeigt, woher die langen Wartezeiten kommen und was Patienten dagegen tun können. Die Verbraucherschützer Schulz und Heck gehen dem Problem auf den Grund und besuchen einen Facharzt vor Ort.

Längere Wartezeiten auf einen notwendigen Termin beim Facharzt stellen für viele gesetzlich Versicherte ein Problem dar. Der vzbv begrüßt daher ausdrücklich, dass die Bundesregierung sich vorgenommen hat, gegenzusteuern. Die Kassenärztlichen Vereinigungen sollen sogenannte zentrale Terminservicestellen einrichten und damit einen Behandlungstermin innerhalb von vier Wochen für alle Patienten garantieren. „Die Kassenärztlichen Vereinigungen müssen hier endlich ihrer Aufgabe nachkommen und die Patienten unterstützen - so wie es der Koalitionsvertrag vorsieht“, sagt Kai Vogel, Leiter des Teams Gesundheit beim vzbv.

Strukturelle Probleme

Die Terminproblematik ist die Folge von strukturellen Problemen. Zentrale Ursachen sind die unterschiedliche Honorierung der Ärzte, die zu Fehlanreizen führt und die ungleiche Verteilung von Ärzten in Bundesländern und Städten.

So steigt die Zahl der Ärzte zwar seit einigen Jahren kontinuierlich, allerdings lassen sie sich ungleich nieder, bevorzugt in – vor allem lukrativen – Städten und Ballungsräumen, deutlich weniger im ländlichen Raum.

Daher fordert der vzbv alle Verantwortlichen auf, die bereits vorhandenen Möglichkeiten der Bedarfsplanung besser zu nutzen. „So könnten zum Beispiel verstärkt finanzielle Zuschläge an solche Ärzte gezahlt werden, die ihre Praxis in strukturschwachen Regionen eröffnen“, sagt Vogel.

Ärztehonorare anpassen

Da Ärzte mit privat Versicherten höhere Honorare erzielen können als mit Mitgliedern der gesetzlich Krankenversicherungen, setzt sich der vzbv des weiteren dafür ein, dass die ärztlichen Honorare und Vergütungssysteme für Privatpatienten und gesetzlich Versicherte aneinander angepasst werden. „Eine gleiche Bezahlung der Arztleistungen würde die Ungleichbehandlung von Patienten verhindern und die zunehmende Konzentration der Ärzte auf für sie profitable Regionen begrenzen“, so Vogel.

Beim Abspielen des Videos werden nutzerbezogene Daten zu Youtube übertragen. Weitere Informationen