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18.12.2015 > Onlinemeldung

Steigende Zusatzbeiträge: Einseitige Belastung der Versicherten beenden

Paritätische und solidarische Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung notwendig
Quelle: 
Barbara Kraske - fotolia.com

Viele gesetzlich Versicherte werden im Jahr 2016 höhere Zusatzbeiträge zahlen müssen. Das machen die Ankündigungen der Krankenkassen deutlich. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert eine Ende der einseitigen Belastung der Versicherten und setzt sich für die Rückkehr zu einer paritätischen Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung ein.

„Bislang fehlt ein Konzept für eine nachhaltige Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Lösung kann nicht darin bestehen, alle zukünftigen Kostensteigerungen den Versicherten aufzubürden. Die finanziellen Belastungen müssen wieder gerecht auf alle Schultern verteilt werden“, sagt Kai Vogel, Leiter des Teams Gesundheit beim vzbv.

Das Bundesgesundheitsministerium hat Ende Oktober 2015 den durchschnittlichen Zusatzbeitrag aller gesetzlichen Krankenkassen für 2016 auf 1,1 Prozent festgelegt. Dieser Beitrag muss allein von den Versicherten bezahlt werden. Im Vergleich zum Jahr 2015 bedeutet das eine Steigerung um 0,2 Prozent .Die Höhe des tatsächlichen Zusatzbeitrags wird von den einzelnen Krankenkassen selbst festgelegt und kann zum Teil erheblich von dem erwarteten Durchschnittswert abweichen.

Mehr Qualitätswettbewerb unter den Krankenkassen

Die Vielzahl an aktuellen Reformbestrebungen der Bundesregierung im Gesundheitswesen werden, neben anderen Faktoren wie dem medizinisch-technischen Fortschritt, in den kommenden Jahren zu deutlich steigenden Ausgaben für die gesetzliche Krankenversicherung führen.

Daraus ergibt sich zunehmend eine einseitige finanzielle Belastung der Arbeitnehmer und Rentner. Gleichzeitig versuchen Krankenkassen, um im Wettbewerb mit anderen Kassen zu bestehen, ihre Zusatzbeiträge möglichst niedrig zu halten. „Besser wäre mehr Qualitätswettbewerb unter den Krankenkassen, welcher durch den Druck zur Vermeidung von Ausgaben allerdings zunehmend auf Strecke bleibt“, so Kai Vogel.