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06.11.2014 > Onlinemeldung

Small Insurances: bessere Information für Verbraucher

EU-Ministerrat legt gemeinsamen Standpunkt zur Novellierung der Versicherungsvermittlerrichtlinie (IMD II) vor
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Small Insurances oder auch Annexversicherungen werden häufig beim Kauf von Elektrogeräten oder Dienstleistungen mitangeboten. Die Anbieter der Ware oder der Dienstleistung erhalten Provisionen für den Vertrieb der Versicherungen. Häufig verfügen sie aber nicht über die Kompetenz, um Verbraucher professionell aufzuklären und zu informieren. Der EU-Ministerrat hat darauf mit einem gemeinsamen Standpunkt zur Versicherungsvermittlerrichtlinie (IMD II) reagiert. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) unterstützt die geplanten Regelungen. „Auch wenn eine direkte Regulierung der Händler sinnvoller gewesen wäre, sorgt die Regelung dafür, dass die Versicherer mehr Verantwortung für ihren Vertrieb übernehmen müssen“, sagt Lars Gatschke, Referent für Versicherungen beim vzbv.

Allerdings müsse die Qualifikation der Verkäufer vor Ort besser kontrolliert werden. „Informationen zu Vertragsdetails und individuellen Eignung der Versicherung für den Verbraucher bleiben bei Small Insurances bisher auf der Strecke“, so Gatschke. Der vzbv spricht sich dafür aus, dass Verkäufer von Versicherungen ein Mindestmaß an Qualifikation haben müssen.

Die Beratung findet in einem unfairen Verkaufskontext statt: So erfolgt der Verkauf für den Kunden unerwartet im Anschluss an den Erwerb eines neuen Produkts oder Dienstleistung. Eine unmittelbare Vergleichsmöglichkeit zu anderen Versicherungsangeboten fehlt. Die Vertragsdetails werden nur teilweise und mündlich wiedergegeben.

EU-Ministerrat legt gemeinsamen Standpunkt vor 

Nach dem Entwurf des Ministerrats sollen die Versicherungsunternehmen nun sicherstellen, dass:

• dem Kunden vor Abschluss des Vertrages alle relevanten Informationen über das Unternehmen und seine Möglichkeiten zur Beschwerde zugänglich gemacht wurden,

• der Vertrieb ehrlich, fair und im besten Interesse des Kunden erfolgt.

• Informationen und Werbung für die Versicherung fair, eindeutig, in keinem Fall irreführend und klar als solche identifizierbar sind,

• die Angestellten durch die Vergütungsstruktur oder andere Vorgaben in Konflikt mit ihrer Pflicht, stets im besten Interesse des Kunden zu handeln, geraten,

• der Kunde informiert wird, ob die Ware oder Dienstleistung und die Versicherung auch getrennt zu erwerben sind und eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Komponenten erhält,

• der Kunde darüber informiert wird, inwiefern sich Risiko und Versicherungsschutz von einzeln erworbenen Versicherungen unterscheiden und mit diesen interagieren,

• die Bedürfnisse und Nachfragen des Kunden vor Abschluss des Vertrages Beachtung finden.

 Nachdem der Vertrieb von Small Insurances im ursprünglichen Entwurf von der Versicherungsvermittlerrichtlinie ausgenommen war, hat der EU-Ministerrat hat darauf mit einem gemeinsamen Standpunkt reagiert. Das Europäische Parlament muss den Regelungen noch zustimmen.