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07.02.2012 > Onlinemeldung

Sicherheit und Selbstbestimmung

Gastkommentar von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Die Zahlen sind alarmierend: Unter Kindern und Jugendlichen ist jeder Siebte in Deutschland übergewichtig. Bundesministerin Ilse Aigner setzt im Gastkommentar der vpk auf mehr Transparenz und Informationsarbeit.

Kinder sind längst als Zielgruppe und Marktteilnehmer im Handel erkannt. Auch im Bereich der Lebensmittel werden sie oder ihre Eltern gezielt angesprochen. Häufig wird in der Werbung für Kinderlebensmittel eine besonders kindgerechte Ernährung suggeriert. Die Aufmachung oder Namensgebung der Produkte unterstützt das zusätzlich. Doch bei Lebensmitteln sollte immer gelten: Was drauf steht, muss auch drin sein!

Kinder brauchen eine gesunde und vollwertige Ernährung. Sie ist genau so wie viel Bewegung für die kindliche Entwicklung von entscheidender Bedeutung: Das Essverhalten wird früh geprägt. Die Zahlen sind alarmierend: Unter Kindern und Jugendlichen ist jeder Siebte in Deutschland übergewichtig. Ihre Lebensqualität wird dadurch eingeschränkt. Eltern stehen daher in besonderer Verantwortung bei der Auswahl am Ladenregal. Obst und Gemüse, Vollkornprodukte sowie Milch- und Milchprodukte sollten täglich auf dem Speiseplan stehen. Fleisch, Fisch und Eier sollten zwei- bis dreimal in der Woche angeboten werden. Süßigkeiten gehören dagegen nicht zur täglichen Ernährung. Hinzu kommt: Eltern haben Vorbildfunktion – auch in der Ernährung.

Auf die richtige Ernährung ist von Anfang an zu achten. Verarbeitete Lebensmittel für Säuglinge und Kleinkinder unterliegen daher speziellen gesetzlichen Vorschriften. An der Sicherheit und Qualität der Produkte für unsere Kleinsten darf es keinen Zweifel geben. Gegen Ende des ersten Lebensjahres beginnt bereits die allmähliche Umstellung auf die normale Familienkost. Eine Notwendigkeit für spezielle Lebensmittel besteht dann nicht mehr.

Es soll nicht verschwiegen werden: Lebensmittel für Kinder können auch nachvollziehbare Vorteile haben. So können etwa kleinere Portionen dem Konsum angemessener oder bestimmte Verpackungen für Kinderhände geeigneter sein. Grundsätzlich lohnt sich jedoch im Supermarkt ein zweiter Blick auf die Verpackungen. Die seit 2007 umgesetzte „Health-Claim“-Verordnung bietet einen besseren Schutz vor irreführender Werbung über gesundheitsfördernde Eigenschaften eines Produktes. Doch was und wie viel zu essen ist, kann, darf und soll der Staat nicht vorschreiben: Eine gute Verbraucherpolitik gewährleistet Sicherheit und sie ermöglicht Selbstbestimmung.

Deshalb setze ich auf mehr Transparenz und Informationsarbeit. „IN FORM“ ist Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung. Mit ihr entwickelt die Bundesregierung Strukturen, die nachhaltig wirken. So hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung in unserem Auftrag Qualitätsstandards für die Ernährung in Kitas und Schulen erarbeitet. Es ist sinnvoll, Erzieherinnen und Erzieher zu qualifizieren. Außerdem haben rund 350.000 Kinder bundesweit bereits am aid-Ernährungsführerschein teilgenommen. Aufklärung wirkt und sie kann begeistern.

Wir alle sind in der Pflicht, Kindern eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu ermöglichen. Denn wir gestalten damit ihre Zukunft.

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