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06.12.2011 > Onlinemeldung

Seriöses Inkasso nutzt Verbrauchern und Unternehmen

Gastkommentar von BDIU-Präsident Wolfgang Spitz
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Die Inkassowirtschaft hilft Unternehmen, dass sie das Geld für eine erbrachte Leistung erhalten. Das schützt Unternehmen vor einer Insolvenz, sichert Arbeitsplätze und trägt einen erheblichen Teil zur Preisstabilität bei. Verbraucher und die Wirtschaft profitieren hiervon gleichermaßen.

Der weit überwiegende Teil an Aufträgen zum Einzug von Forderungen wird absolut seriös und vollkommen beanstandungsfrei ausgeführt. Die Tatsache allerdings, dass bis auf den heutigen Tag Abzocker und unseriöse Geschäftemacher unter dem guten Namen „Inkasso“ ihr Unwesen treiben dürfen, ist für die seriösen Anbieter und den Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen als Vertreter der Inkassowirtschaft ein anhaltendes Ärgernis. Noch ärgerlicher ist es, dass diese Geschäftemacher sogar über eine Inkassoregistrierung verfügen, somit eine behördliche Erlaubnis zum Forderungseinzug haben. Dadurch erleidet das Image unseres Berufsstandes erheblichen Schaden.

Wir als Vertretung der seriösen Inkassowirtschaft wollen, dass es eine öffentliche Aufsicht über Inkassounternehmen gibt. Diese Aufsicht braucht ein scharfes Schwert an die Hand, um bei Verstößen gegen eine qualifizierte Rechtsberatung umgehend eingreifen zu können – von Auflagen über harte Geldbußen bis hin zum Entzug der Inkassoregistrierung.

Diese öffentliche Aufsicht ist dringend nötig. Seit Bestehen des Rechtsdienstleistungsgesetzes im Jahre 2008 ist es erst dreimal zum Widerruf einer Registrierung gekommen – dabei ist offensichtlich, dass in viel zahlreicheren Fällen sogenannte „Inkassounternehmen“ mit behördlicher Registrierung zum Schaden von Verbrauchern und der Wirtschaft tätig geworden sind. Für den Gesetzgeber besteht daher dringender Nachbesserungsbedarf.

Seriöse Inkassounternehmen unterziehen Forderungen vor der Geltendmachung einer grundsätzlichen Prüfung. Wenn Sie Zweifel an der Schlüssigkeit der Forderungen haben, geben sie den Auftrag wieder zurück. Sollten Verbraucher Fragen zur Inkassosachbearbeitung eines unserer Mitgliedsunternehmens haben, so können sie sich an die Beschwerdestelle des BDIU wenden. Verstößt ein Mitgliedsunternehmen gegen unsere Berufsausübungsregeln, praktiziert der BDIU strenge Auflagen und Sanktionen bis hin zum Ausschluss.

Der BDIU als Branchenverband will die öffentliche Aufsicht, weil sie Gläubigern Sicherheit verschafft, nicht mit dubiosen Auftragnehmern zusammenzuarbeiten und sich dabei möglicherweise selbst strafbar zu machen. Weiterhin kann sie wirksam dazu beitragen, Verbraucher vor Abzockern zu schützen. Wir fordern: Der gewerbsmäßige Einzug unberechtigter Rechnungen muss sanktioniert werden, denn er fügt der Rechtssicherheit in diesem Land erheblichen Schaden zu. Dazu muss das Rechtsdienstleistungsgesetz entsprechend geändert werden.

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