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16.04.2013 > Onlinemeldung

Rahmenbedingungen der Lebensmittelüberwachung in der EU gehören auf den Prüfstand

Europäische Kommission veröffentlicht Untersuchungen zum Pferdefleisch-Skandal
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Die Europäische Kommission hat die Ergebnisse der Untersuchungen der 27 Mitgliedsstaaten zum Pferdefleisch-Skandal veröffentlicht. Bei den Tests wurde weitere Rindfleischprodukte mit nicht deklariertem Pferdefleisch gefunden. Auch hätten Produkte nicht in den Handel gelangen dürfen, weil das Fleisch Rückstände von Tierarzneimitteln enthielt. „Damit ist der Skandal kein Einzelfall", sagt Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv).

Kommission und Bund müssten nun handeln. “Es ist Zeit die organisatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen zur Lebensmittelüberwachung in der EU auf den Prüfstand zu stellen“, so Billen. So wie sich der nationale Rechnungshof mit dem Thema Gesundheitlicher Verbraucherschutz befasst hat und nationale Defizite offenbarte, so sollte sich nun der Europäische Rechnungshof mit Schwachstellen befassen und Optimierungsvorschläge machen“, fordert der vzbv. Bundesministerin Aigner solle darauf drängen, dass diese Prüfung auf europäischer Ebene erfolgt.

In jedem Fall müsse zukünftig sichergestellt werden, dass die Bereiche Strafermittlung und Sanktionen in der EU harmonisiert werden. Die europäische Lebensmittel- und Veterinärbehörde müsse gestärkt und die europäische Polizei Europol vermehrt einbezogen werden.

Ergebnisse der Untersuchung zum Pferdefleisch-Skandal

Die EU-Kommission im Februar 2013 alle Mitgliedsstaaten dazu aufgefordert, Produkte mit verarbeitetem Rindfleisch daraufhin zu untersuchen, ob diese Anteile von Pferdefleisch enthielten. Proben, in denen Pferde-DNA nachgewiesen wurde, wurden außerdem auf Rückstände des in der Lebensmittelproduktion verbotenen Arzneimittels Phenylbutazon untersucht. In 193 von 4144 europaweit untersuchten Proben fanden sich Anteile von Pferdefleisch. In 16 von 3115 Proben ließen sich Rückstände von Phenylbutazon nachweisen.

Deutschland hatte der Kommission die Ergebnisse von 878 untersuchten Proben übermittelt. In 29 Fällen wurde Pferdefleisch nachgewiesen. Rückstände von Phenylbutazon fanden sich in keiner der untersuchten 73 Proben. Darüber hinaus wurden in Deutschland Lebensmittelproben auf weitere nicht deklarierte Fleischzutaten untersucht. Die Ergebnisse werden Ende April erwartet.

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