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24.09.2012 > Onlinemeldung

Patientenvertretung bringt das Thema Organtransplantation auf die Agenda des Gemeinsamen Bundesausschusses

Lückenlose Transparenz im Interesse der Patienten
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opolja - fotolia.com

Die Patientenvertretung im Unterausschuss Qualitätssicherung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) hat Mitte September 2012 erreicht, dass sich das Gremium mit dem Thema Transplantation beschäftigt.

Ziel ist, mehr Transparenz bei Organtransplantationen im Zuge der gesetzlichen Qualitätssicherung zu erreichen. Kürzlich wurde bekannt, dass bis zu 40 Prozent der Transplantationen nach Direktvergabe von sogenannten „schwer vermittelbaren Organen“ erfolgen, die nicht von Eurotransplant zugeteilt, sondern von den Krankenhäusern direkt an Patienten vergeben werden. „Für diese Unterschiede in der Vergabe, aber auch für die möglichen Konsequenzen für die Qualitätssicherung und vor allem für die Patienten ist der G-BA derzeit blind“, sagt Ilona Köster-Steinebach vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Sie ist Sprecherin der Patientenvertretung im Unterausschuss Qualitätssicherung.

Der Antrag beinhaltet Forderungen zur Klarheit über die Art der Organvergabe, eine Stärkung der Aussagekraft der Qualitätssicherungsverfahren und vor allem Erkenntnisse über die erzielte Ergebnis- und Lebensqualität bei den betroffenen Patienten. „Nur mit lückenloser Transparenz kann das verlorene Vertrauen in die Transplantationsmedizin und die Organspende wiedergewonnen werden – im Interesse der Patienten, die auf dringend benötigte Organe warten“, so Köster-Steinebach. „In der öffentlichen Sitzung haben uns die zuständigen unparteiischen Vorsitzenden, Dr. Regina Klakow-Franck und Josef Hecken, versichert, dass die Ziele der Patientenvertretung in den kommenden Beratungen zeitnah umgesetzt werden.“

Die Patientenvertretung hatte im August 2012 bereits im zuständigen Unterausschuss und im Plenum einen Antrag gestellt, um wesentliche Verbesserungen an den laufenden Qualitätssicherungsverfahren anzuschieben. Nun steht die Bearbeitung in einer Arbeitsgruppe des Unterausschusses Qualitätssicherung an, deren Abschluss für November vom Gemeinsamen Bundesausschuss angekündigt wurde. Erst auf dieser Grundlage können weitere Schritte, wie die Beauftragung eines Instituts mit der wissenschaftlichen Ausarbeitung, erfolgen.

„Wir werden den Prozess aufmerksam und kritisch begleiten“ sagt Köster-Steinebach. „Wichtig ist, dass es zu keinen vermeidbaren Verzögerungen kommt, unsere Ziele erreicht werden und nicht nur die Transplantationen selbst, sondern auch die Arbeit des G-BA in größtmöglicher öffentlicher Transparenz erfolgen.“

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