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06.02.2014 > Onlinemeldung

Patienten auch zu Hause vor gefährlichen Keimen schützen

Gemeinsamer Bundesausschuss stärkt Patientensicherheit
Quelle: 
opolja - fotolia.com
Infektionen mit antibiotika-resistenten Keimen stellen eine hohe Gesundheitsgefährdung dar. Um gefährliche Keime auch im Rahmen der häuslichen Krankenpflege wirksam zu bekämpfen, können Ärzte künftig für bestimmte Patientengruppen eine sogenannte MRSA-Sanierung verordnen. Die Krankenkassen sollen dafür die Kosten übernehmen. Einen entsprechenden Beschluss hat der Gemeinsame Bundesauschuss (G-BA) gefasst. Die Neuregelung erlaubt eine ärztliche Verordnung bei Menschen, die – aufgrund von fehlenden körperlichen, geistigen oder entwicklungsbedingten Fähigkeiten – notwendige Maßnahmen nicht selbst zu Hause durchführen können. "Unbefriedigend ist, dass dies in der Regel nur im Zusammenhang mit einer Untersuchung oder Behandlung im Krankenhaus möglich ist. Die Patientengruppe, bei denen die ambulante Versorgung in Frage kommt, ist somit sehr klein", sagt Kai Vogel, Leiter des Teams Gesundheit im Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Schon lange forderte die Patientenvertretung im G-BA eine Regelung zur MRSA-Sanierungstherapie (MRSA = Methicillin-resistente Staphylococcus aureus) im Rahmen der häuslichen Krankenpflege. Der Beschluss wird nun dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vorgelegt und tritt nach Genehmigung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft.

Weitere Maßnahmen zur Vermeidung von Infektionen notwendig

Für eine wirksame Bekämpfung von Infektionen sind jedoch weitere Schritte zur Verbesserung der Hygienemaßnahmen in der ambulanten und stationären Versorgung von Patientinnen und Patienten sowie Pflegebedürftigen nötig. „Die im Koalitionsvertrag angekündigte Evaluierung und Erweiterung der Maßnahmen zur Vermeidung von Krankenhausinfektionen sollten daher auch die ambulante Versorgung umfassen“, so Vogel.

Die Patientenvertretung im G-BA

Die Patientenvertretung im G-BA besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der vier maßgeblichen Patientenorganisationen entsprechend der Patientenbeteiligungsverordnung: Deutscher Behindertenrat , Bundesarbeitsgemeinschaft PatientInnenstellen und -initiativen, Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. und Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv). Die Patientenvertretung im G-BA kann mitberaten und Anträge stellen, hat aber kein Stimmrecht.

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