Skip to content Skip to navigation Logo Verbraucherzentrale Bundesverband

24.10.2014 > Onlinemeldung

Neue Therapie für traumatisierte Patienten anerkannt

Qualitätsanforderungen müssen zügig folgen
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Am 16. Oktober 2014 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen, dass die EMDR-Therapie für Patienten mit posttraumatischen Belastungsstörungen in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen wird. Noch fehlen aber wichtige Vorgaben, die darüber entscheiden, ob betroffene Patienten rasch und wohnortnah Zugang haben, und ob die Versorgungsqualität stimmt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) setzt sich in der Patientenvertretung des G-BA dafür ein, dass Zugang und Qualität in den Verhandlungen berücksichtigt werden.

Die EMDR-Therapie (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) wurde in den 1990er Jahren in Deutschland eingeführt. Die Wirkung bei posttraumatischen Belastungsstörungen ist mittlerweile gut durch Studien belegt. Trotzdem war EMDR bisher nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten. Das hat sich mit dem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses geändert. Diese Entscheidung geht auf eine gemeinsame Initiative der Patientenvertretung und des GKV-Spitzenverbands zurück.

Qualitätsanforderungen noch nicht festgelegt

Dennoch sind noch nicht alle Hürden für die Umsetzung genommen. Im G-BA konnten sich die stimmberechtigten Organisationen nicht auf die Anforderungen an die Qualifikation der Therapeuten einigen. Das lässt für eine rasche und am Patientenwohl orientierte Entscheidung nichts Gutes ahnen: Wenn zu hohe Qualifikationsanforderungen festgelegt werden, wird die Therapie kaum angeboten werden.- Betroffene müssten lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Sind die Anforderungen zu niedrig, könnten Patienten durch unsachgemäße Therapien gefährdet werden.

 

Posttraumatische Belastungsstörungen entstehen vor allem durch das Erleben von Gewalt oder schweren Unfällen. Bekannte Beispiele sind die Opfer sexueller Gewalt oder die Heimkehrer aus Kriegs- und Kriseneinsätzen. Von besonderer Bedeutung ist, dass die Methode nur von erfahrenen Therapeuten im Rahmen eines umfassenden psychotherapeutischen Behandlungskonzeptes eingesetzt wird. Ansonsten drohen Verschlechterungen für die Patienten.

 

Fortgesetzt wird die Diskussion nun zwischen der kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem GKV-Spitzenverband. Der vzbv wird sich im Gremium für eine rasche und an den Patienteninteressen orientierte Entscheidung einsetzen.

Die Patientenvertretung im G-BA

Die Patientenvertretung im G-BA besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der vier maßgeblichen Patientenorganisationen entsprechend der Patientenbeteiligungsverordnung: Deutscher Behindertenrat, Bundesarbeitsgemeinschaft PatientInnenstellen und -initiativen, Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. und Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv). Die Patientenvertretung im G-BA kann mitberaten und Anträge stellen, hat aber kein Stimmrecht.

Downloads