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14.09.2011 > Onlinemeldung

Nanotechnologie auf dem Vormarsch

Gesundheitsschäden können nicht ausgeschlossen werden
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Nanomaterialien sind heute schon in vielen Verbraucherprodukten zu finden – zumindest lässt sich das aufgrund von Werbeversprechen vermuten. Allerdings ist bisher noch unklar, welche Nanomaterialien gesundheitsschädlich sein können.

Verbraucher können bislang nur schwer herausfinden, in welchen Produkten Nanomaterialien enthalten sind oder wo nur mit ihnen geworben wird. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) setzt sich dafür ein, dass Verbraucherprodukte, die Nanomaterialien enthalten, auch kenntlich gemacht werden.

Gelder für Risikoforschung

Eine Kennzeichnung - wie bei Kosmetika ab Mitte 2012 verpflichtend - ist ein guter erster Schritt. Weitere Klarheit würde eine Produktdatenbank bringen, die auch für Verbraucher zugänglich ist. Sie soll zum einen die Produkte auflisten, die Nanomaterialien enthalten oder nanotechnologisch hergestellt sind, zum anderen soll sie aber auch weitere Informationen zur Verfügung stellen. Das können zum Beispiel wissenschaftliche Studien sein oder Beschreibungen, welche Wirkung das Nanomaterial in dem spezifischen Produkt hat.

Gestützt wird diese Forderung durch die Ergebnisse einer Verbraucherbefragung zum Thema Nanotechnologie, die der vzbv 2008 durchgeführt hat. Es wurde deutlich, dass die Verbraucher den Nanotechnologien zwar positiv gegenüberstehen, sie aber gleichzeitig die Veröffentlichung von Informationen zu Wirkung und Risiken der Nanotechnologie fordern.

Öffentliche Debatte notwendig

Neben der Kennzeichnung und einer Produktdatenbank fordert der vzbv, dass Forschungsgelder vermehrt in die Risiko- und Technikfolgenforschung gehen. Es kann nicht sein, dass immer mehr Produkte auf den Markt kommen, die Nanomaterialien enthalten, aber noch nicht geklärt ist, wie sich die Nanoteilchen beispielsweise im menschlichen Organismus verhalten.

Außerdem muss es eine stärkere öffentliche Debatte zum Thema geben. Hierzu können Bürgerdialoge genutzt werden, bei denen sowohl die Risiken, als auch die Chancen diskutiert werden. Aber auch in Schulen kann das Thema aufgegriffen werden. Hier darf es aber nicht nur im Chemie- und Physikunterricht behandelt werden, sondern sollte auch im sozialwissenschaftlichen Unterricht diskutiert werden.

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