Skip to content Skip to navigation Logo Verbraucherzentrale Bundesverband

13.10.2014 > Onlinemeldung

Mit dem Klimawandel muss sich auch der Versicherungsschutz ändern

Staatliche Ausfalldeckung für Elementarschäden
Quelle: 
Fotolia.com /Mario Hoesel

Die angemessene Absicherung gegen Naturgefahren ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Allein durch private Vorsorge ist das Ziel nicht zu erreichen. Gerade in Zeiten des Klimawandels seien zusätzliche auch staatliche Maßnahmen erforderlich, so der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Neben dem privaten Versicherungsschutz für Schäden durch Hochwasser, Sturmfluten oder Erdrutsche müsse es auch eine staatliche Ausfalldeckung geben. Diese müsse greifen, wenn Schäden die Höchstgrenzen des Versicherungsschutzes überstiegen. Zur Prävention wären auch begleitende Maßnahmen im Bauordnungs- und Planungsrecht erforderlich. Auch so könne das Schadensrisiko durch Umweltkatastrophen reduziert werden. Zusätzlich sollten Verbraucher unterstützt werden, die mit steigenden Versicherungsprämien an die Grenzen ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit stoßen.

Zwangsläufig unterversichert

„Der Anteil von Haushalten, die hinreichend gegen Elementarschäden versichert sind, ist zu gering. Bei einem Modell, das auf Freiwilligkeit basiert, erwarten wir ähnlich wie bei der privaten Haftpflichtversicherung, einen maximalen Deckungsgrad zwischen 60 und 70 Prozent.“, so Lars Gatschke, Finanzmarktreferent beim vzbv. Richtlinien zur Begrenzung staatlicher Nothilfeprogramme zeigen bisher keine Wirkung. Ein höherer Durchdringungsgrad braucht zusätzliche Maßnahmen, etwa die Einschränkung der Vertragsfreiheit. „Nur eine Versicherungspflicht ist geeignet, für eine flächendeckende Abdeckung des Risikos gegen Elementarschäden zu sorgen“, so Gatschke.

 Klimabedingte Schäden nehmen zu

Der Klimawandel führt zu immer stärker steigenden Kosten zum Ausgleich von entstandenen Elementarschäden an Gebäuden und Infrastruktur. Mit der Zunahme witterungs- und klimabedingter Schadensereignisse ist eine umfassende Absicherung gegen Elementarschäden an Wohngebäuden von zentraler Bedeutung. Auch die Bundesregierung prüft derzeit die Rahmenbedingungen für eine verpflichtende Versicherung gegen Elementarschäden. „Eine solche Absicherung würde zu einer gerechteren Verteilung der Folgekosten von Naturgefahren führen, weil alle Eigenheimbesitzer eine solche Versicherung abschließen müssen statt über staatliche Aufbauhilfen den Steuerzahler damit zu belasten.“, so Lars Gatschke.

 Konferenz zu Umstellungen durch den Klimawandel

 Unter dem Stichwort ‚Klimaanpassungen‘ beschäftigte sich auch die Abschussveranstaltung der internationalen Konferenz „Our Climate – Our Future, Regional perspectives on a global challenge“ am 9. Oktober2014 in Berlin mit der Frage, wie sich die Gesellschaft auf Klimaveränderungen einstellt. Die Konferenz wurde vom Helmholtz-Verbund REKLIM veranstaltet.