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15.07.2016 > Onlinemeldung

Kultusministerkonferenz entwickelt Strategie zur digitalen Bildung

vzbv fordert klare Qualitätsstandards für digitale Lernmaterialien
Quelle: 
rawpixel.com - fotolia.com
  • Lernen fürs Leben in der digitalen Welt erfordert Qualitätsstandards
  • Schule muss von der Wirtschaft unabhängig bleiben
  • Materialkompass auf Verbraucherbildung.de hilft bei der Orientierung

Bund und Länder wollen 2016 ihre Aktivitäten zum Thema digitaler Wandel in der Bildung verstärken. Zu diesem Zweck entwickelt die Kultusministerkonferenz (KMK) eine umfassende Strategie zur Bildung in der digitalen Welt und hat die Fachverbände, darunter auch den Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), zur Mitberatung aufgefordert.

Der vzbv begrüßt die Schaffung einer Strategie für digitale Bildung. Ein länderübergreifendes Vorgehen  ist wichtig und längst überfällig, denn die Digitalisierung führt zu einem stetigen Wandel des Alltags von Schülerinnen und Schülern als junge Verbraucherinnen und Verbraucher. Allerdings dürfen Bund und Länder nur in Ausnahmefällen und in sehr engem Rahmen im Bereich der Bildung miteinander kooperieren. „Bei der Bildung für ein Leben in der digitalen Welt stehen Bund und Länder in der Verantwortung: Da Infrastruktur und Ausstattung nur in gemeinsamer Anstrengung gemeistert werden können, muss das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern abgeschafft werden.“, sagt Vera Fricke, Referentin für Verbraucherkompetenz beim vzbv.

Wirtschaft füllt das Kompetenz-Vakuum

Durch das Kooperationsverbot und mangelnde Bildungsinvestitionen besteht die Gefahr, dass die Wirtschaft mit ihren finanziellen und inhaltlichen Ressourcen dieses Vakuum füllt. Ob Lernplattformen von Online-Versandhändlern oder Lehrerfortbildung durch Elektronik-Konzerne: Bereits jetzt werden digitale Werkzeuge und Themen von der Industrie dazu genutzt, um im Bildungssystem Fuß zu fassen und die Interessen der Wirtschaft direkt in die Schulen zu tragen. „Digitale Inhalte und Plattformen können unsere Schulen im 21. Jahrhundert ankommen lassen – die Unabhängigkeit von der Wirtschaft muss dabei aber gewahrt bleiben. Ein etablierter Maßstab für Qualität wie der Materialkompass hilft dabei, Unterrichtsmedien und Weiterbildungsformate für Lehrkräfte zu entwickeln, ohne hinter diesen Standard zurückzufallen“, so Vera Fricke.

Materialkompass bietet übertragbare Qualitätsmaßstäbe

Auch wenn der Materialkompass Orientierung im Dschungel der digitalen Lehrmaterialien geben kann: Wer sammelt und verwaltet zukünftig die Schul-Daten der Kinder? Sind Lehrkräfte allein dafür verantwortlich, Unterrichtsangebote auf Qualität und Unabhängigkeit zu prüfen? Der vzbv vertritt die Ansicht, dass die Schulaufsicht sich hier nicht aus der Verantwortung zurückziehen darf, nur weil es bereits Angebote und Initiativen im Netz gibt. Unterrichtsmaterialien müssen ebenso wie digitale Lernplattformen nach klaren Regeln geprüft werden, bevor sie in der Lehrpraxis verwendet werden.

Kultusministerkonferenz muss Strategie zur digitalen Bildung finalisieren

Der vzbv fordert die Kultusministerkonferenz auf, die Strategie zur Bildung in der digitalen Welt mit einem konkreten Maßnahmen-, Zeit- und Finanzierungsplan zu versehen, damit sie auch in Schulen umgesetzt werden kann. Um bundesweit eine kohärente Bildungsplanung zu ermöglichen, ist es wichtig, die bereits bestehenden, thematisch relevanten KMK-Beschlüsse zu berücksichtigen, wie etwa den KMK-Beschluss „Verbraucherbildung an Schulen“ von 2013.

Der vzbv hat zum Strategieentwurf schriftlich Stellung bezogen.

Downloads

Stellungnahme des vzbv zur Strategie der Kultusministerkonferenz "Bildung in der digitalen Welt" | 14. Juli 2016

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