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02.10.2012 > Onlinemeldung

Kosten für Energiewende fair verteilen

Auch die Industrie muss beteiligt werden
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Die große Mehrheit der Verbraucher trägt die Energiewende mit und ist bereit, sich an den Kosten zu beteiligen. Ob energetische Sanierung der Gebäude oder der Ausbau der Netze – all das ist teuer. Die Verbraucher wissen um die Notwendigkeit der Energiewende, aber sie bringt manche Privathaushalte an ihre finanziellen Grenzen.

Denn nicht nur die Energiewende, sondern auch die Energie selbst wird für sie immer teurer. Einkommensschwache Haushalte investieren schon heute mehr als 40 Prozent ihrer Ausgaben in Öl, Gas und Strom. Tendenz steigend.

vzbv dokumentiert Preissteigerungen

Die Kosten sind in den vergangenen Jahren explodiert. Konkret dokumentiert der vzbv diese Preissteigerungen seit 2007 und vergleicht sie jeweils mit den Preisen aus dem Jahr 2000. In Zusammenarbeit mit dem Statistischen Bundesamt, dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, dem Mineralölwirtschaftsverband und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie werden seitdem die Zahlen zusammengetragen und ausgewertet.

Im Februar 2012 musste ein durchschnittlicher Vier-Personen- Haushalt 85 Prozent mehr für Energie ausgeben als noch im Jahr 2000. Und die Preise steigen auf breiter Front.

Beispiel Sprit: Im Jahr 2000 kostete ein Liter Super 1,02 Euro, zwölf Jahre später bereits 1,62 Euro – eine Steigerung um 59 Prozent. Und das Beispiel Strom: Kostete eine Kilowattstunde im Jahr 2000 etwa 0,15 Euro, lag der Preis im Jahr 2012 später bereits bei 0,26 Euro, eine Steigerung um 73,3 Prozent.

Diese Preisanhebungen haben ihren Grund nicht nur in den immer teurer werdenden Rohstoffen, sondern auch in den steigenden Netzentgelten. Dass sie so stark steigen, liegt hauptsächlich am notwendigen Netzausbau. Ohne Netzausbau kann die Energiewende nicht funktionieren. Etwa ein Viertel des Preises geht bereits auf deren Konto. Aber das ist noch nicht alles: Auch Energieversorger und Netzbetreiber langen noch einmal kräftig in die Taschen der Verbraucher.

Gewinne in den Ausbau der Zukunft investieren

Der vzbv engagiert sich für eine faire Verteilung der Lasten auf alle Schultern – nicht nur der Verbraucher soll die Kosten der Energiewende tragen, sondern auch die Industrie. Immerhin haben die Unternehmen in den vergangenen Jahren durchaus Profite mit bereits abbezahlten Großkraftwerken gemacht. So ist es nur fair, wenn sie die Gewinne der Vergangenheit nun in den Ausbau der Zukunft investieren.

Für den Verbraucher müssen die Energiekosten transparent, Preissteigerungen nachvollziehbar sein. Außerdem muss offenbar auch ein sozialer Ausgleich der Energiewende geschaffen werden: Nur so kann sichergestellt werden, dass auch einkommensschwache Haushalte die Energiewende mitgehen können und das Vorhaben gelingt.

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