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29.12.2011 > Onlinemeldung

Konsumkompetenz bereits in der Schule erwerben

Verbraucherbildung frühzeitig starten
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Verbraucher sollen möglichst früh gute und verantwortliche Entscheidungen im Konsumalltag treffen können. Sie müssen wissen, was gesunde Ernährung ist, wie Banken, Internet, Kredite oder Altersversorge funktionieren. Verbraucherbildung muss in Schulen so selbstverständlich werden wie Mathematik und Deutsch. Nur der ausreichend gebildete Verbraucher ist in der Lage, sich selbstbestimmt, verantwortlich und entsprechend dem eigenen Budget am Markt zu bewegen.

Traditionell war es Aufgabe der Familie, Konsum- und Alltagskompetenzen von Generation zu Generation weiterzugeben. Doch durch Globalisierung, Virtualisierung und Deregulierung sind die Anforderungen an den Konsumenten in den letzten Jahren enorm gestiegen.

Ein Verbraucher muss heute nicht nur wissen, was gesunde Ernährung ist, er braucht auch ökonomisches Wissen, um zum Beispiel seinen Zahlungsverkehr, Kredite oder Altersversorge zu regeln. Ohne Medienkompetenz findet er sich im Internet, dem neuen Marktplatz der Wissensgesellschaft, nicht mehr zurecht. Er muss wissen, wie er nachhaltig konsumiert, wie er beim Erwerb, bei der Nutzung und der Entsorgung von Produkten verantwortlich für Umwelt, Klima und nachkommende Generationen handelt. Für sich selbst – aber auch im Interesse einer funktionierenden sozialen Gesellschaft.

Verbraucherwissen umfasst heute ein komplexes System von verschiedenen Fachkompetenzen und bedarf einer geplanten, strukturierten und professionellen, kurz einer schulischen Vermittlung.

Einmaleins des Konsumalltags

Nun war Schule schon immer ein Ort, wo zusätzlich zur Familie Verbraucherbildung stattfand, auch wenn in Fächern wie Hauswirtschaftslehre oder Arbeitslehre nur kleinere Teilbereiche des umfänglichen Verbraucherwissens behandelt wurden. Die gute Nachricht ist, dass Modernisierungsanstrengungen bereits in den verschiedenen Bildungsbereichen unternommen werden.

Unwissenheit bleibt nicht folgenlos

Gerade jungen Konsumenten fehlt entscheidendes Wissen, das belegen Studien. So attestiert eine Forsa Umfrage des Ministeriums für Verbraucherschutz , „dass Schülerinnen und Schüler insbesondere beim Themenfeld Geld und Versicherungen einen deutlichen Nachholbedarf“ haben. Auch eine vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Auftrag gegebene Expertise zum Konsumverhalten von Jugendlichen bescheinigt jungen Verbrauchern erhebliche Wissenslücken in allen Bereichen und kommt sogar zu dem Schluss, dass die Konsumfreiheit gefährdet sei, wenn eklatante Wissenslücken vorhanden sind.

Mangelnde Konsum- und Alltagskompetenz hat nicht nur gravierende individuelle und soziale, sondern auch erhebliche gesamtwirtschaftliche Folgen. So entstehen beispielsweise durch Fehlernährung und Übergewicht bedingte Gesundheitsstörungen, die das deutsche Gesundheitssystem mit jährlich über 70 Milliarden Euro belasten.

Verbraucherbildung als Pflichtfach in der Schule

Konkret fordert der vzbv die folgenden Maßnahmen:

1. Die Verbraucherbildung muss als Pflichtunterricht in allen Schulformen und in allen Schulstufen ausgebaut werden.

2. Auf Initiative der Kultusministerkonferenz sind länderübergreifende Bildungsstandards für die Verbraucherbildung zu entwickeln, um die Entwicklung und Vergleichbarkeit der Qualität des Unterricht zu gewährleisten.

3. Lehrerinnen und Lehrer müssen in verbindlicher Weise aus- und fortgebildet werden. Die Finanzierung ist durch die bildungspolitischen Instanzen sicherzustellen.

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