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29.12.2011 > Onlinemeldung

Kinder im Fokus der Ernährungspolitik

Verzicht auf kinderbezogene Werbung ist ein wichtiger Ansatzpunkt
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Immer mehr Produkte werden speziell für Kinder entwickelt und beworben. Meist sind diese überzuckert, überteuert und einfach überflüssig. Wissenschaftlich basierte Empfehlungen gibt es für diese sogenannten Kinderlebensmittel nicht.

Kinderprodukte sind in jedem Supermarkt zu finden und werden von der Positionierung im Laden bis hin zur Werbung geschickt an die junge Zielgruppe und deren Eltern adressiert. Die Hersteller geben allein für die Werbung von Schokolade und Süßigkeiten dreimal so viel Geld aus, wie den Krankenkassen für Gesundheitsprävention zur Verfügung steht. Gerade die empfindliche Phase von der Säuglingsnahrung zum Übergang zur Familienkost rückt dabei verstärkt in den Fokus der Ernährungsindustrie: Produkte wie Kindermilch, die speziell für Kleinkinder beworben werden, drängen vermehrt auf den Markt.

Wissenschaftlich basierte Empfehlungen gibt es für Kinderlebensmittel nicht. Aber wenn schon für Kinder gemacht, sollten sie - ihrer Aufmachung entsprechend - für den Bedarf von Kindern angepasst sein. Ansonsten liegt eine Täuschung der Verbraucher vor, wenn nicht „das Beste für das Kind“ in der Packung steckt, sondern ein Produkt mit zu viel Zucker oder Salz und Fett sowie überflüssigen Anreicherungen mit Vitaminen und Mineralstoffen.

In Deutschland sind 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen übergewichtig. Die Aufklärung und Aktionen der letzten Jahre allein reichen offenbar nicht aus.

Das Marketing für diese Lebensmittel mit einem ungünstigen Nährstoffprofil ist daher ein wichtiger Ansatz innerhalb einer Gesamtstrategie zur Bekämpfung von Übergewicht. Doch Politik und Hersteller tun sich bislang schwer, das Problem ernsthaft anzugehen. Zudem sind für den Verbraucher die Preisunterschiede zu herkömmliche Produkten beachtlich.

Deshalb fordert der vzbv:

  • Verzicht auf Werbung für Kinder unter 12. Die Einhaltung muss von unabhängiger Seite kontrolliert werden.
  • Keine gesundheitsbezogenen Angaben für Kinderlebensmittel. Und nährwertbezogene Angaben nur für Lebensmittel, die nicht zu fett, süß oder salzig sind: Einführung der in der Claims-Verordnung vorgesehenen Nährwertprofile.
  • Keine Anreicherung von Kinderprodukten.
  • Überprüfung der im Handel erhältlichen Produkte, die sich speziell an Ein- bis Dreijährige richten, ob sie tatsächlich den speziellen Ernährungsbedürfnissen von Kleinkindern entsprechen.