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29.08.2013 > Onlinemeldung

Kehrtwende bei den Roaming-Gebühren

EU-Kommission möchte Roaming-Gebühren offenbar doch nicht abschaffen
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Ende Mai 2013 hatte die zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes noch angekündigt, die Roaming Gebühren in der EU vollständig abschaffen zu wollen. Medienberichten zufolge scheint die EU-Kommission nun von ihren ehrgeizigen Zielen abzurücken. Für die europäischen Verbraucher und den europäischen Binnenmarkt wäre das ein enormer Rückschritt.

Eine Abschaffung der Roaming-Gebühren würde erhebliche Preissenkungen für die Verbraucher mit sich bringen. Telefonate, SMS und Internetsurfen aus dem EU-Ausland wären genauso teuer wie daheim.

Knickt die EU-Kommission vor der Telekommunikationsindustrie ein?

Vorrangiges Ziel der EU-Kommission war es bisher, einen europäischen Binnenmarkt im Telekommunikationsbereich zu schaffen und den Wettbewerb zwischen den Anbietern anzukurbeln und. Nun scheint die EU-Kommission von ihren ehrgeizigen Plänen abzurücken – wohl aufgrund des massiven Drucks der Telekommunikationsnetzbetreiber. Denn deren Gewinne würden durch den Wegfall der Roaming Gebühren bedeutend geschmälert.

Die ursprünglichen Pläne der Kommission hatten schon Mitte Juni 2013 einen deutlichen Dämpfer erlitten. Ein seinerzeit vorab veröffentlichter Entwurf sah vor, dass nur noch die Roaming-Gebühren innerhalb sogenannter Roaming Allianzen unterschiedlicher Telekommunikationsanbieter für einen bestimmten Nutzungsumfang entfallen sollen.

Die Kommission will den Verordnungsentwurf am 10. September 2013 veröffentlichen. Neben Roaming soll der Entwurf unter anderem auch Regelungen zur Netzneutralität enthalten.