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06.12.2011 > Onlinemeldung

Inkasso braucht Regeln

Editorial von Gerd Billen
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Inkasso-Firmen genießen bei Verbrauchern nicht den besten Ruf. Das hat vielerlei Gründe. Ein Brief dieser Unternehmen enthält keine gute Nachricht, sondern erinnert an eine Schuld, die zu begleichen ist. Das ist legitim, wenn die Forderung berechtigt ist. Häufig ist dies der Fall, denn die Verlockungen des Konsumalltags sind groß, das Einkommen vielfach zu klein.

Doch es gibt auch die andere Seite: Internet-Abzocker, die Verbraucher in die Falle locken und ihnen per Inkassobüro auf den Pelz rücken. Drohgebaren, die dem Klischee vom breitschultrigen Mafioso vor der Wohnungstür recht nahe kommen. Gebühren, die intransparent sind und die Kosten in die Höhe treiben. Vielfach ist für Verbraucher auch nicht erkennbar, wer hinter einer Forderung steckt.

Was hier im Argen liegt, zeigt eine aktuelle Untersuchung, für die die Verbraucherzentralen und der Verbraucherzentrale Bundesverband rund 3.700 Beschwerden ausgewertet haben. Das politische Fazit: Die Inkasso-Branche braucht Regeln! Nötig sind gesetzliche Informationspflichten, eine Regelung der Gebühren und eine schlagkräftige Aufsicht.

Das Bundesjustizministerium hat laut Medienberichten angekündigt, die Gesetze in diesem Sinne verschärfen zu wollen. Auch der Bundesrat hatte vor längerer Zeit bessere Informationspflichten vorgeschlagen, war damit aber beim Bund auf Ablehnung gestoßen. Wichtig ist nun, dass alle an einem Strang ziehen und sich nicht im föderalen Geflecht verheddern.

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