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29.12.2011 > Onlinemeldung

Gesundheitswerbung nicht der Willkür überlassen

Klare Grenzen für gesundheitsbezogene Werbung bei Lebensmitteln
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opolja - fotolia.com

Für klare Grenzen bei gesundheitsbezogener Werbung bei Lebensmitteln. Angaben über gesundheitsförderliche Wirkungen von Lebensmitteln müssen wissenschaftlich belegt sein und dürfen Verbraucher nicht täuschen. Besonders problematisch: der Vertrieb über das Internet.

Der europäische Lebensmittelmarkt ist weitgehend gesättigt. Hersteller sind daher stets auf der Suche nach neuen Nischen. Dabei wird die Grauzone zwischen erlaubter Gesundheitswerbung und verbotenen krankheitsbezogenen Angaben bei Lebensmitteln oftmals stark ausgereizt. Besonders problematisch: der Vertrieb über das Internet.

Klare Grenzen für gesundheitsbezogene Werbung bei Lebensmitteln

Angaben über gesundheitsförderliche Wirkungen von Lebensmitteln müssen wissenschaftlich belegt sein und dürfen Verbraucher nicht täuschen. Allerdings: Viele Menschen fühlen sich getäuscht, wenngleich die Werbung rechtlich kaum angreifbar ist. Klarheit sollte die europäische Health-Claims-Verordnung schaffen: mit einer Zulassungspflicht gesundheitsbezogener Angaben und der Festlegung von Nährwertprofilen als Beschränkungskriterium derartiger Werbung. Doch viele Fristen sind längst überschritten. Noch immer können süße, fettige und kalorienreiche Snacks gesundheitsbezogene Angaben tragen und erhalten somit den Anschein eines besonders gesunden Produktes. Damit muss endgültig Schluss sein.

Klare Regeln für die Kontrolle des Internethandels

Über das Internet werden zunehmend Lebensmittel höchst fragwürdigen Nutzens mit teils aggressiven Werbebotschaften vertrieben: Etwa Nahrungsergänzungsmittel, die nach Aussagen des Vertreibers gegen Krankheiten helfen sollen oder Speziallebensmittel für Sportler, die arzneilich wirksame und damit verbotene Stoffe enthalten. Oft werden die Grenzen des rechtlich Erlaubten deutlich überschritten. Der Schutz des Verbrauchers vor gesundheitlichen Risiken und Täuschungen ist derzeit nicht ausreichend sichergestellt, denn ein Konzept für die amtliche Lebensmittelkontrolle des Internethandels fehlt bislang. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.