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15.05.2014 > Onlinemeldung

Gesundheitsversorgung braucht zuverlässige Qualitätssicherung

Bundesregierung plant Einrichtung eines Qualitätsinstituts
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Qualitätssicherung in der Gesundheitsversorgung kann Patienten vor mangelhaften Leistungen schützen und Anreize für eine Qualitätsverbesserung von Ärzten und Krankenhäusern setzen. Mit dem Finanzstruktur- und Qualitäts-Weiterentwicklungsgesetz in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-FQWG) plant die Bundesregierung, ein dauerhaftes Qualitätsinstitut zur Unterstützung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) einzurichten. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) unterstützt diese Initiative ausdrücklich. Bei der Ausgestaltung des Instituts ist hingegen mehr Mut gefordert. Der Gesetzentwurf rückt die hergebrachten Akteure zu sehr in den Mittelpunkt, anstatt neue Akzente zu setzen.

Obwohl in Krankenhäusern seit vielen Jahren zahlreiche und aufwändige Qualitätssicherungsverfahren durchgeführt werden, fehlen noch immer Verfahren, die tatsächliche Behandlungserfolge erfassen. Das würde Patienten die Orientierung, zum Beispiel bei der Wahl eines Krankenhauses, erleichtern.

"Um eine bessere Grundlage für selbstbestimmte Entscheidungen der Patienten zu erhalten, müssen dringend aussagekräftige Indikatoren entwickelt werden“, sagt Kai Vogel, Leiter des Teams Gesundheit beim vzbv. Diese können maßgeblich zur Verbesserung der Qualität und der Patientensicherheit beitragen.

Selbstbestimmung der Patienten

Zwei wichtige Schritte auf dem Weg zu nachhaltiger Qualitätssicherung in der Gesundheitsversorgung sind mit dem geplanten Gesetz bereits getan: Das Institut, das den GBA unterstützen soll, wird nicht mehr wie bisher durch die Trägerorganisationen bestimmt. Ein Mehr an Unabhängigkeit gewährleistet die vorgesehene rechtsfähige Stiftung, die das Institut tragen soll. Innerhalb des Stiftungsvorstandes wird das Bundesgesundheitsministerium vertreten sein und kann deshalb in Zukunft mehr Einfluss nehmen als bisher. „Wir begrüßen die geplanten Veränderungen, bezweifeln aber, dass diese ausreichen, um die Widerstände in der Selbstverwaltung zu überwinden“ so Vogel.

Unabhängigkeit des Instituts

Bisher hatte der G-BA zwar Unterstützung durch ein beauftragtes wissenschaftliches Institut. Die Ergebnisse waren aber begrenzt; zu groß war die Abhängigkeit von den Trägerorganisationen des G-BA, welche Krankenkassen, Ärzte und Krankenhäuser vertreten. Zum Beispiel wurden Versichertengelder für die Entwicklung von Qualitätssicherungsmaßnahmen für äußerst seltene Leistungen ausgegeben. Bei der Krankenhaushygiene wurde die Personalausstattung von Krankenhäusern bei der Qualitätssicherung nicht berücksichtigt. Ein großes Problem: Denn die Anzahl von Ärzten und Pflegern ist für die angemessene Durchführung von Hygienemaßnahmen entscheidend.