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07.11.2012 > Onlinemeldung

Gesetzentwurf zur Honorarberatung unzureichend

Ohne Regulierung kann sich die Honorarberatung nicht durchsetzen
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Eine gesetzliche Regelung auf nationaler Ebene zur anbieterunabhängigen Beratung ist dringend nötig. Der Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums (BMF) erfüllt aber nicht die grundlegenden Ansprüche an eine gute Honorarberatung. Das Problem aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv): Eine Honorarberatung kann nicht funktionieren, wenn diese vorab auf einzelne Produktgruppen beschränkt wird.

Stattdessen müssen das Anliegen und die Bedürfnisse der Verbraucher im Mittelpunkt der Beratung stehen und hierauf bezogen sind Lösungen abzuleiten. Dazu ist immer auch eine Bewertung aller bestehenden Verträge erforderlich. Wenn der Honorarberater aber per Gesetz nicht zu allen Produkten beraten darf, kann das gesamte Depot nicht bewertet werden.

Eine Honorarberatung darf nicht vom Produkt ausgehend denken, sondern muss allein das Kundenbedürfnis analysieren und hierfür Lösungen entwickeln. Nur diese Lösungen rechtfertigen das Honorar.

„Der Referentenentwurf segmentiert die Honorarberater aber nach Produkten. Es soll einen Honorarberater für geschlossene Fonds geben und einen zweiten für sonstige Wertpapiere. Und dann gibt es schon heute einen weiteren für Versicherungen. Eine vernünftige Honorarberatung kann so nicht klappen.“ So Dorothea Mohn, Finanzexpertin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Der vzbv fordert eine einzige Zulassung für Honorarberater, mit der zu allen Anlageprodukte beraten werden kann.

Derzeit existiert in Deutschland die Dienstleistung Finanzberatung auf Honorarbasis praktisch nicht. Finanzberater, die nur auf Honorarbasis arbeiten, sind in Deutschland selten. Der Löwenanteil der Finanzvermittlung ist provisionsgesteuert. Dabei sind diese Finanzvermittler keine Berater, sondern Verkäufer, die bestimmte Produkte vertreiben und an den Provisionen verdienen. Die Folge: Das Beratungsgespräch ist nicht ergebnisoffen, die Beratung in vielen Fällen nicht bedarfsgerecht. Der Entwurf zum Honoraranlageberatergesetz geht auf diese Problematik nicht ausreichend ein.

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