Skip to content Skip to navigation Logo Verbraucherzentrale Bundesverband

13.11.2012 > Onlinemeldung

Geschlossene Investmentfonds: Für Privatkunden und zur Altersvorsorge nicht geeignet

Quelle: 
opolja - fotolia.com

Nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest fallen von 58 aktuell angebotenen geschlossenen Immobilienfonds 40 Angebote durch. Nur acht sind „befriedigend“, kein einziger ist „sehr gut“ oder „gut“. Schon bei der Vorprüfung scheiterten 36 Fonds, weil sie aufgrund ihrer Konstruktion für Anleger viel zu riskant sind.

Der vzbv sieht das zentrale Problem im Vertrieb dieser Kapitalanlageprodukte. Selbst eine ausführliche Information durch ein Prospekt reicht nicht aus, dass Verbraucher das Produkt verstehen.

Schärfere Beaufsichtigung des Vertriebs

Es muss dafür gesorgt werden, dass der Vertrieb einer einheitlichen und effizienten Aufsicht unterstellt wird. Dies kann nach Auffassung des vzbv nur die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gewährleisten. Zusätzlich müssen sämtliche Zuwendungen an den Verkäufer der Kapitalanlageprodukte in Euro und Cent verpflichtend offengelegt werden.

Eingeschränkter Vertrieb von hochspekulativen Produkten

Der Vertrieb von hochspekulativen Finanzprodukten in Deutschland sollte nur an professionelle Kunden zugelassen werden. Die Komplexität der Produkte führt dazu, dass sich Privatkunden allein auf die Richtigkeit der Aussagen ihrer Berater verlassen müssen. Ein privater Anleger ist aufgrund des Wissensunterschieds den Aussagen des Anlageberaters oft hilflos ausgeliefert.

Geschlossene Fonds sollten nur noch an Kunden vertrieben werden dürfen, die aufgrund ihrer Erfahrung „auf Augenhöhe“ mit dem Emittenten sind oder dem Vertrieb und Kauf solcher Anlageformen gewachsen sind. Diese Beschränkung an Privatkunden ist sachgerecht: Es ist keinerlei volkswirtschaftlicher Nutzen darin zu erkennen, dass erhebliche Teile der Altersversorgung breiter Bevölkerungskreise in Finanzprodukten angelegt werden, die Verbraucher nicht verstehen.

Die Richtlinie (AFIM) selbst geht von einem grundsätzlichen Verbot des Vertriebs an Kleinanleger aus und stellt es in das Ermessen der Mitgliedsstaaten, den Vertrieb an Privatkunden zu erlauben. Mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf werden die Umsetzungsakte der Investmentfonds-Richtlinie und der Richtlinie zu alternativen Investmentfonds (AFIM) im Kapitalanlagegesetzbuch zusammengeführt. Gleichzeitig werden gerade erst getroffene Regelungen im Gesetz über Vermögensanlagen teilweise wieder aufgehoben.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sieht neben einzelnen Aspekten im Produkt das zentrale Problem im Vertrieb dieser Kapitalanlageprodukte. Er spricht sich dafür aus, den Vertrieb von hochspekulativen Finanzprodukten in Deutschland nur an professionelle Kunden zuzulassen.

Weitere Informationen