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02.10.2012 > Onlinemeldung

Gebäudesanierung mit Beratung deutlich effektiver

Bis zu zwei Drittel Heizenergie einzusparen
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Die Sanierung von Gebäuden ist Herzstück des energetischen Umbaus. Denn die Gebäude in Deutschland sind für fast 20 Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Die Bundesregierung will daher den Energiebedarf von Gebäuden bis 2050 um 80 Prozent reduzieren und einen nahezu klimaneutralen Bestand erreichen. Dazu muss die Sanierungsquote von derzeit einem auf zwei Prozent verdoppelt werden.

Von insgesamt 39 Millionen Wohnungen in Deutschland wurden zirka 80 Prozent vor 1984 errichtet. Sie sind bis heute weitgehend unsaniert und mit einer alten Heizung ausgestattet. Ein solches Gebäude verbraucht zwischen 18 und 30 Litern Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr, während ein neues Haus mit zirka fünf bis sieben Litern auskommt. Um den Heizenergiebedarf zu reduzieren, muss energetisch saniert werden – mit Wärmeadämmmaßnahmen an Fassade, Dach und Keller sowie durch Austausch der Fenster, aber auch der Heizung. Dadurch können bis zu 80 Prozent Energie eingespart werden.

Doch eine Umfrage des vzbv zeigt, dass Eigenheimbesitzer mit einer Sanierung oft überfordert sind. Unter den 1.000 befragten Eigenheimbesitzern, die in den letzten fünf Jahren mindestens eine Maßnahme zur Energieeinsparung am Gebäude oder an der Heizung durchgeführt haben, hatten 56 Prozent keinen Vertrag abgeschlossen und 76 Prozent keine Beratung genutzt. Schließlich stellten 18 Prozent hinterher gar keine Energieeinsparung fest.

Die Umfrage macht den Effekt einer kompetenten Beratung deutlich: Sanierer ohne Beratung kamen nach der Sanierung auf eine durchschnittliche Energieeinsparung von 12 Prozent. Diejenigen, die unabhängigen Rat bei einem Architekten oder Ingenieur gesucht hatten, sparten hingegen 27 Prozent.

Das Fazit der Umfrage: Energetische Gebäude- und Heizungssanierungen sind komplexe Aufgaben, mit denen private Hauseigentümer als Laien nicht allein gelassen werden dürfen. Daher ist der Ausbau einer qualifizierten und unabhängigen Energieberatung dringend notwendig. Des Weiteren muss die Politik individuelle „Sanierungsfahrpläne“ einführen, die den Hausbesitzern helfen, die Energieeinsparung im und am Gebäude Schritt für Schritt umzusetzen.

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