Skip to content Skip to navigation

06.12.2016 > Onlinemeldung

Gebäudeenergiegesetz sollte neue Impulse setzen

Gebäudeallianz und vzbv fordern von Bundesregierung ambitionierte Standards für Neubauten und energetische Sanierung
Quelle: 
ginasanders - 123RF.com
  • Die Gebäudeallianz fordert mehr Ambition bei der Definition des energetischen Anforderungsniveaus von künftigen Neubauten.
  • Für „Niedrigstenergiegebäude“ ist ein umfassender Ansatz erforderlich, der Gebäudehülle und Heizsystem berücksichtigt.
  • Die Optimierung des Energieausweises und die Einführung des Steuerbonus für energetische Sanierungen ist für Verbraucher unerlässlich.

Auf den Gebäudesektor entfallen rund 40 Prozent des Energieverbrauchs und etwa ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland. Um die Ziele der Energiewende zu erreichen, insbesondere die Umsetzung eines klimaneutralen Gebäudebestands bis 2050, werden bei einer Überarbeitung und Zusammenlegung von Energieeinspargesetz (EnEG), Energiesparverordnung (EnEV) und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zu einem neuen Gebäudeenergiegesetz wichtige Weichen gestellt.

Insbesondere die Definition von „Niedrigstenergiegebäuden“, die den Neubaustandard ab 2019 für öffentliche Gebäude und ab 2021 für alle übrigen Neubauten bestimmt, wird entscheidenden Einfluss auf das Gelingen der Energiewende im Gebäudebereich haben. Die Bundesregierung plant noch im Dezember 2016 einen ersten Entwurf des Gesetzes vorzulegen.

Die Gebäudeallianz sieht in der Neuauflage des Gesetzes die Chance, einen ambitionierten Neubaustandard festzulegen. Denn künftige Neubauten werden bis zum Jahr 2050 voraussichtlich nicht energetisch saniert und müssen daher spätestens ab 2021 den Anforderungen eines klimaneutralen Gebäudes entsprechen.

Ganzheitliche Ansätze in der Bewertung von Gebäuden schaffen

Die Bündnispartner der Gebäudeallianz lehnen es ab, bei der Neugestaltung des Energieeinsparrechts klimaneutrale Gebäude ausschließlich über die Menge an CO2-Emissionen zu definieren. Vielmehr müssen wie bisher zwei Kriterien für die Bewertung herangezogen werden: die „Hauptanforderung an den maximalen Primärenergiebedarf“, also die Effizienzanforderungen an das Heizungssystem und den Energieverbrauch, sowie die „Nebenanforderung an den Wärmeschutz“ der Gebäudehülle, einschließlich Dach, Wände und Fenster.

Mit diesem ganzheitlichen Ansatz wird verhindert, "...dass Emissionen lediglich aus dem Gebäudesektor in die Energieerzeugung verlagert werden und die Kosten dafür einseitig Mieter und Stromkunden belasten. Dieses Szenario droht jedoch, wenn die bisherige, bewährte Anforderungssystematik aus Hauptanforderung an den zulässigen Energieverbrauch und Nebenanforderung an den Wärmeschutz zugunsten einer einzigen Anforderungsgröße CO2 aufgegeben würde“, so die Gebäudeallianz in ihrem Positionspapier.

Kaum neue Impulse für energetische Sanierungen

Das zukünftige Gebäudeenergiegesetz wird voraussichtlich kaum neue Impulse für den Gebäudebestand schaffen, obwohl mehr als die Hälfte des deutschen Wohnungsbestands vor der ersten Wärmeschutzverordnung von 1978 errichtet wurde und einen besonders hohen Energieverbrauch aufweist. Der vzbv fordert daher einen Steuerbonus zur Absetzung der energetischen Sanierungskosten als Unterstützung der privaten Hausbesitzer. Des Weiteren sind aus Verbrauchersicht die Existenz und die Zulässigkeit von verschiedenen Energieausweisen (Verbrauchs- und Bedarfsausweis, alte und neue Energieausweise) unverständlich und führen zu unnötiger Intransparenz.

Der vzbv schlägt vor, in Zukunft für alle Gebäude verpflichtend Energieausweise auszustellen, die sich am Energiebedarf orientieren, anstatt die weniger aussagekräftigen Verbrauchsausweise beizubehalten. Außerdem sollten die bestehenden Defizite des Energieausweises beseitigt und die Durchsetzung der Energieausweispflicht gestärkt werden. So spiegelt beispielsweise das aktuelle Rechenverfahren für die Erstellung von Energieausweisen für Bestandsgebäude nicht die realen Bedingungen wider und verfälscht so die Aussagekraft der Ausweise.

Die Positionspapiere der Gebäudeallianz und des vzbv zum geplanten Gebäudeenergiegesetz finden Sie unten zum Download.

Downloads

Position der Gebäude-Allianz zu CO2-Anforderung | 6. Dezember 2016
Verbrauchergerechte Zusammenführung von ENEG/ENEV und EEWärmeG | Positionen des vzbv | 12. Oktober 2016

Weitere Informationen