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29.12.2011 > Onlinemeldung

Für transparente Flugpreise

vzbv mahnt Fluggesellschaften ab, damit Verbraucher Flugpreise besser vergleichen können
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Während in der Vergangenheit ein Flugpreis sehr hoch war, aber Gepäck, Sitzplatz oder Essen enthielt, kann man heute zum Taxipreis fliegen. Allerdings setzt sich der Flugpreis heute aus vielen Einzelfaktoren zusammen. Den tatsächlichen Preis erfährt man meist erst nach einer aufwendigen Recherche am Ende des Buchungsvorganges – er kann sich im Vergleich zur ursprünglichen Preisangabe schnell verdoppelt haben.

Um den Wildwuchs bei der Angabe von Flugpreisen zu begegnen und dem Verbraucher wieder die Möglichkeit zu geben, mit einem vertretbaren Aufwand Preise vergleichen zu können, hat die EU im November 2008 eine Verordnung zur Angabe von Flugpreisen geschaffen. Sie besagt, dass Preise nunmehr klar dargestellt werden müssen und betrifft folgende drei Bereiche:

  1. Der Endpreis muss den Flugpreis inklusive sämtlicher Steuern, Gebühren und Entgelte enthalten.
  2. Fakultative Zusatzkosten sind nach einem deutlichen Hinweis zu Beginn des Buchungsvorganges darzustellen.
  3. Voreinstellungen sind unzulässig.

Um die Umsetzung der Verordnung in Deutschland zügig durchzusetzen, hat der Verbraucherzentrale Bundesverband zahlreiche Fluggesellschaften abgemahnt und in einigen Fällen Klage eingereicht. Gegenstand der Beanstandungen waren insbesondere unzulässige Voreinstellungen für Versicherungen und unzureichende Endpreisangaben.

Reisevermittler stellen Flupreise oft unzureichend dar

Doch das geht noch nicht weit genug. Flüge werden häufig über Online-Reisevermittler gebucht. Diese halten sich oft nicht an die Verordnung und stellen die Preise völlig intransparent dar. Das vermeintlich günstigste Angebot kann sich im Nachhinein als viel zu teuer herausstellen. Der vzbv hat ein Musterverfahren eingeleitet, um diese Rechtsfrage (Anwendbarkeit der Verordnung auf Reisevermittler) einer abschließenden Klärung zuzuführen.

Schließlich werden oft separate Kosten für Leistungen erhoben, die zur Erfüllung des Vertrages notwendig sind. In einem BGH-Verfahren wurde mit Urteil vom 20.Mai 2010 -Xa ZR 68/09- entschieden, dass es eine kostenfreie etablierte Zahlungsmöglichkeit für den Verbraucher geben muss. Kosten für jede Art der Bezahlung sind unzulässig. Für besondere Zahlungsarten dürfen Gebühren erhoben werden. Gebühren für den Online-Check-In dürften ebenfalls unzulässig sein.