Skip to content Skip to navigation Logo Verbraucherzentrale Bundesverband

23.04.2014 > Onlinemeldung

Für ein modernes und faires Urheberrecht

Die Nutzung und Weitergabe von digitalen Inhalten muss neu geregelt werden
Quelle: 
opolja - fotolia.com

Anlässlich des Welttags des Buches und des Urheberrechts fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) vom Europäischen Parlament eine zeitnahe Modernisierung des Urheberrechts. Es gilt, endlich einen angemessenen Ausgleich zwischen den Interessen der Nutzer, Urheber und Verwerter zu finden.

 

Verbraucherinnen und Verbraucher stehen tagtäglich vor großen Herausforderungen im Umgang mit dem Web 2.0.: Remixes und Mashups erstellen, Beiträge in Sozialen Netzwerken teilen und posten, Musik hören und Filme per Streaming sehen - alle diese Nutzungs- und Kommunikationsformen gehören für viele ganz selbstverständlich zum Alltag. Ohne vertiefte technische Vorkenntnisse können Verbraucher selbst kreativ werden, da digitale Inhalte und die Instrumente, diese zu bearbeiten, überall und jederzeit verfügbar sind. Aus Konsumenten werden zunehmend „Prosumer“. Damit steht das Urheberrecht vor einem massiven Problem, denn die traditionell klare Rollenverteilung zwischen Urheber, Produzent, Verwerter und Nutzer ist mit der zunehmenden Digitalisierung nicht mehr aufrecht zu erhalten.

Das geltende Recht findet bislang keine Antworten auf diese neuen Entwicklungen und Verbraucher sind stark verunsichert, was sie im Netz dürfen und was nicht. Vielen ist gar nicht bewusst, wenn sie eine Urheberrechtsverletzung begehen. Zudem ist die Vielfalt und Attraktivität der legalen Angebote oft, insbesondere bei aktuellen Filmen und Serien, noch sehr begrenzt.

EU-Parlament muss Urheberrecht zeitnah anpassen

Das Europäische Parlament muss endlich die Weiterentwicklung und Anpassung des Urheberrechts an die digitale Welt auf europäischer Ebene vorantreiben. Digitale Alltagshandlungen von Verbrauchern, wie Kopien von Medien für private Zwecke zu erstellen, Inhalte für die eigene kreative Nutzung weiter zu verwerten sowie digital erworbene Inhalte weiterzugeben, müssen in einem modernen Urheberrecht ermöglicht werden. Dabei muss das Urheberrecht so ausgestaltet werden, dass es flexibel auf neue technische Entwicklungen reagieren kann. „Die Ungleichbehandlung von gedruckten Büchern und E-Books ist nicht mehr zeitgemäß. Es muss für Verbraucher möglich sein, E-Books zu kaufen, zu lesen und weiterzugeben. Schließlich käme auch niemand auf die Idee, den Verkauf von gebrauchten Büchern zu verbieten.“ sagt Michaela Zinke, Referentin im Projekt „Verbraucherrechte in der digitalen Welt.

Bereits 1995 hat die Generalkonferenz der UNESCO den 23. April zum "Welttag des Buches und des Urheberrechts" ausgerufen. Der Todestag von Shakespeare und Cervantes soll auf die fundamentale Bedeutung des Buches, seine unverzichtbare Rolle in der Informationsgesellschaft und auf die Rechte der Autoren hinweisen.

Weitere Informationen